Bittere Zeiten für US-Süsswarenbranche
Anlässlich der «Sweets & Snacks Expo», der grossen US-amerikanischen Süsswarenmesse, die im Mai in Las Vegas stattfand, wirft foodaktuell einen Blick auf die aktuelle Lage der US-Süsswarenbranche und ihre Innovationen.
Anlässlich der «Sweets & Snacks Expo», der grossen US-amerikanischen Süsswarenmesse, die im Mai in Las Vegas stattfand, wirft foodaktuell einen Blick auf die aktuelle Lage der US-Süsswarenbranche und ihre Innovationen. Die Branche steht in den USA unter Druck. Am 3. Juli 2025 verabschiedete der Kongress eine Haushaltsreform. Sie sieht massive Kürzungen unter anderem bei der staatlichen Lebensmittelhilfe für bedürftige Menschen vor, dem sogenannten SNAP-Programm. Rund 12 Prozent der US-Bevölkerung bezogen bislang die SNAP-Lebensmittelmarken, seit diesem Jahr ist die Zahl der Berechtigten wegen der neuen Vorschriften drastisch gesunken. Zudem durften mit den SNAP-Marken keine Süssigkeiten und Süssgetränke mehr gekauft werden. Der Nationale Süsswarenverband (NCA) hat öffentlich dagegen protestiert, ein Bundesrichter hat die Einschränkung inzwischen aufgehoben. Dennoch rechnet die Branche im laufenden Jahr mit deutlichen Verlusten. Hinzu kommt der regulatorische Druck der Regierung. Diese drängt die Hersteller dazu, den Zuckergehalt in ihren Produkten zu reduzieren und synthetische Farbstoffe zu eliminieren. Weil die einzelnen Bundesstaaten unterschiedliche Anforderungen haben, herrscht eine uneinheitliche Rechtslage und Wettbewerbschaos unter den Herstellern. Es gibt allerdings auch einen Lichtblick. Mit dem Market Access Program (MAP) zahlt die Regierung kleinen Süsswarenproduzenten bis zu 50 Prozent ihrer Marketingausgaben, um den Export ihrer Süsswaren zu boosten.
US-amerikanische Innovationen 2026
Die an der Sweets & Snack Expo preisgekrönten Produkte zeigen, welche Trends angesagt sind. Den Preis für das beste Produkt, den Trailblazer Award, gewannen die Süssigkeiten von Issei, einem Unternehmen, das 2022 von der japanisch-amerikanischen Unternehmerin Mika Shino gegründet wurde. Sie führte auf dem US-Markt die ersten Gummibonbons ein, die von der weichen und luftigen Textur des japanischen Mochi inspiriert waren. Ihr ausgezeichnetes Produkt ist ein Gelee-Mochi mit Kirschgeschmack, umhüllt von dunkler Schokolade.
In der Kategorie Schokolade wurde ein Erdbeer-Bonbon von CAL Marketing und Alli & Rose zum besten Produkt gekürt – fruchtiges Mochi-ähnliches Gummibonbon, umhüllt von weisser Schokolade. Überhaupt scheinen rote Beeren sehr angesagt zu sein. Trü Frü, einer der vier Finalisten dieser Kategorie, überzeugte die Jury mit einer Süssigkeit aus reif gepflückten und gefriergetrockneten Erdbeeren, umhüllt von Milchschokolade und weisser Schokolade. Maeva Chocolate machte mit ihrem «Virgin Dirty Shirley Truffle Bar» auf sich aufmerksam – einem Truffesriegel aus dunkler Schokolade mit Kirschen, weisser Schokolade und Knallzucker. Auch die beiden übrigen Finalisten – die Marke Reese’s des Giganten The Hershey Company und der grosse Confiseur R. M. Palmer Company LLC – haben bei den Fachleuten der Branche ins Schwarze getroffen. Der erste mit seinem Oreo Cup, einer Kombination aus Milchschokolade, weisser Erdnussbuttercreme und Keksstückchen. Und der zweite mit seinen «Hostess Ding Dongs Mini Candies», die den klassischen Schokoladenkuchen in Form von kleinen Häppchen neu interpretieren.