Getreidepreise unter Druck
Der FAO-Getreidepreisindex fiel gegenüber Mai um 3,5 Prozent. Die guten Ernteaussichten im Schwarzmeerraum sind dafür verantwortlich.
Die Getreidepreise geben nach.
Quelle: hps
Die Getreidepreise gaben im Juni deutlich nach. Der FAO-Getreidepreisindex fiel gegenüber Mai um 3,5 Prozent. Weizen verbilligte sich um 4,4 Prozent. Ausschlaggebend waren die rasch voranschreitende Ernte sowie gute Ernteaussichten im Schwarzmeerraum und die Gerstenernte hat in den meisten Gebieten in Europa früher begonnen. Farmers Weekly berichtet zum Beispiel von der frühesten Ernte im britischen Suffolk. Auch die Erträge sind gut. Topagrar schreibt von Standorten mit mehr als 8 t/ha. Ebenso in der Schweiz, wo bis Ende Juni rund die Hälfte der Gerste gedroschen wurde, seien die Erträge sehr gut. Die frühe Ernte hat aber nicht nur Vorteile. Durch die Hitze in Europa hat die Ernte in vielen Gebieten gleichzeitig begonnen. Die zusammen anfallenden hohen Erntemengen lassen die Preise sinken. In der Ukraine, wo sehr viel Gerste geerntet wird, werde der Druck zusätzlich durch höhere Konkurrenz von russischer Gerste erhöht, wie ukragroconsult.com berichtet. So habe sich Gerste mit chinesischen Exportpapieren von 205 auf 192 bis 194 US-Dollar je Tonne verbilligt.
Auch Mais wurde mit einem Minus von 6,2 Prozent günstiger. Hier sorgten hohe Ernteerwartungen in Südamerika und eine schwächere Nachfrage aus der Ethanolproduktion für Preisdruck, was sich jedoch auch ändern könnte, wie Arabnews.com kürzlich schrieb. Auch Fleisch verteuerte sich leicht. Der FAO-Fleischpreisindex erreichte einen neuen Höchststand. Dagegen sanken die Preise für Milchprodukte um 1,5 Prozent. Besonders Käse setzte seinen Abwärtstrend fort. Nach Angaben der FAO sind die Käsepreise bereits den elften Monat in Folge rückläufig, da das Exportangebot die Importnachfrage weiterhin übersteigt. Für 2026 erwartet die FAO trotz regionaler Wetterrisiken eine weltweit hohe Getreideproduktion von rund 2,98 Milliarden Tonnen. Damit dürfte die Ernte zwar leicht unter dem Rekordwert des Vorjahres liegen, aber weiterhin auf einem historisch hohen Niveau bleiben.