Hitzewelle bremst Milchmenge
Die Hitzewelle in weiten Teilen Europas hat die Milchanlieferung deutlich gebremst und sorgt für eine veränderte Stimmung an den Milchpulvermärkten.
Während die mitteleuropäische Gluthitze die Milchmenge schmelzen lässt, ziehen die Preise für Magermilchkonzentrat und Industrierahm an. Nach Angaben der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse sank das Milchaufkommen in Deutschland in der 26. Kalenderwoche gegenüber der Vorwoche um 3,7 Prozent. Der Vorsprung gegenüber dem Vorjahr verringerte sich dadurch auf 3,6 Prozent. In Frankreich fiel die Milchmenge innerhalb einer Woche sogar um 10,9 Prozent und lag sieben Prozent unter dem Vorjahresniveau. Zudem gingen die Inhaltsstoffe der Milch zurück.
Mit dem geringeren Rohstoffangebot hat sich damit die Lage am Markt für flüssige Milchrohstoffe gedreht. Besonders Magermilchkonzentrat ist stark gefragt und verteuerte sich deutlich. Auch für Industrierahm werden höhere Preise erzielt. Am Markt für Magermilchpulver hat sich die Stimmung ebenfalls verbessert. Wegen des geringeren Milchaufkommens wird weniger Magermilch getrocknet. Während die kurzfristige Nachfrage teilweise ferienbedingt ruhig bleibt, nimmt laut der süddeutschen Börse das Interesse an Lieferungen für spätere Termine zu. Auch aus Drittländern würden weiterhin Exportanfragen eingehen. Der aktuell schwächere Euro stärkt dabei die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Ware auf dem Weltmarkt.
Die Notierungen für Magermilchpulver haben sich stabilisiert. Für Lebensmittelqualität verlangen Hersteller insbesondere bei späteren Lieferterminen höhere Preise. Der Markt für Futtermittelqualität bleibt dagegen ruhig, da viele Verwender von Kälbermilchaustauschern noch über Vorräte verfügen.
Der Markt für Vollmilchpulver präsentiert sich weiterhin verhalten. Saisonbedingt ist die Nachfrage im Binnenmarkt gering, hauptsächlich aus der Schokoladenindustrie. Die Preise bewegen sich überwiegend auf dem Niveau der Vorwoche.
Auch der Molkenpulvermarkt zeigt sich etwas ruhiger. Mit der sinkenden Milchanlieferung nehmen auch die Käseproduktion und damit das Angebot an Molke ab. Während für Lebensmittelqualität weiterhin Nachfrage aus Industrie und Export besteht, bleibt der Absatz von Futtermittelware verhalten. Deren Preise tendieren nach den Rückgängen der vergangenen Wochen wieder leicht fester.
An der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse stiegen die Notierungen für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität auf 2970 bis 3200 Euro je Tonne und für Futtermittelqualität auf 2630 bis 2860 Euro je Tonne. Die Preise für Vollmilchpulver blieben mit 3160 Euro je Tonne im Monatsdurchschnitt unter dem Niveau des Vormonats.