Die Schweiz hat bei Lebensmitteln einen Bruttoversorgungsgrad von rund 50 Prozent.
Quelle: Symbolbild Wolfgang Weiser/Unsplash
Mit einem Bruttoselbstversorgungsgrad von rund 50 Prozent produziert die Schweizer Landwirtschaft heute die Hälfte der Lebensmittel, welche die Bevölkerung konsumiert. Dieser Anteil ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken, wie der Schweizer Bauernverband (SBV) mitteilt. Entsprechend rücke auch der sogenannte Food Overshoot Day immer weiter nach vorne. Heuer falle er auf den 13. Juli – früher als je zuvor. Food Overshoot heisst: Ab heute ist die Schweiz rechnerisch auf Lebensmittelimporte angewiesen, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken.
Die Schweiz sei international eine der grössten Nettoimporteurinnen, schreibt der SBV. Deutschland erreicht einen Selbstversorgungsgrad von rund 88 Prozent und könnte seine Bevölkerung bis Anfang November mit Lebensmitteln aus eigener Produktion versorgen. Frankreich produziert laut Bauernverband sogar genügend Nahrungsmittel, um den Eigenbedarf vollständig zu decken.
Die Agrarpolitik 2030 müsse die inländische Lebensmittelproduktion gezielt stärken, lautet die politische Forderung des Bauernverbandes. Der Ernährungsinitiative, über die wir am 27. September abstimmen, erteilt er hingegen eine Abfuhr. Die Initiative verlangt, den Selbstversorgungsgrad auf mindestens 70 Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel will sie durch die Umstellung von Konsum und Produktion auf pflanzliche Lebensmittel erreichen. Im Grasland Schweiz sei das das nicht standortgerecht, schreibt der SBV. Zudem wäre dazu ein massiver Eingriff in das Konsumentenverhalten nötig.