Label soll Schweizer Malz im Bier sichtbarer machen
Mit dem Label «Malt Suisse» wollen vier HAFL-Studierende den Einsatz von heimischem Malz fördern und Konsumentinnen und Konsumenten besser über die Herkunft der Zutaten informieren.
Vier Agronomie-Studierende der Berner Fachhochschule haben ein Label für Schweizer Malz entwickelt, wie das Schweizer Fernsehen SRF in der Sendung Espresso berichtet. Hintergrund sei, dass Schweizer Bier trotz überwiegend importiertem Malz und Hopfen als «Schweizer Bier» verkauft werden dürfe. Gemäss Swissness-Regelung genügt beim Bier Schweizer Wasser als entscheidender Rohstoff. Heute stammen rund 99 Prozent des verwendeten Malzes und über 90 Prozent des Hopfens aus dem Ausland.
Das vorgeschlagene Label soll Brauereien kennzeichnen, die Schweizer Malz verwenden. Ziel ist es laut dem Bericht, die Nachfrage nach heimischer Braugerste zu erhöhen und die Wertschöpfung in der Schweiz zu stärken. Eine Umfrage im Rahmen der Semesterarbeit zeigt laut den Studierenden, dass viele Konsumentinnen und Konsumenten bereit wären, für Bier mit Schweizer Malz einen höheren Preis zu bezahlen.
Der Schweizer Bauernverband begrüsst die Idee grundsätzlich. Nach dessen Einschätzung könnte die Produktion von Braugerste ausgeweitet werden, sofern der Markt entsprechende Mehrpreise honoriert. Auch der Schweizer Brauerei-Verband bewertet ein Malzlabel positiv, dämpft jedoch die Erwartungen. Direktor Marcel Kreber hält eine weitgehende Versorgung mit Schweizer Malz für unrealistisch. Dafür wären deutlich mehr Anbauflächen für Braugerste sowie zusätzliche Mälzereikapazitäten erforderlich. Die Ernte 2025 war ausserordentlich gut, was die Lager mit Braugerste füllte. Dadurch konnte auch keine «konventionelle» Braugerste angebaut werden. Viele Brauer möchten nur Spezialbiere aus Schweizer Malz herstellen – die grosse Menge Malz wird günstig importiert. Dennoch: Die Interessengemeinschaft Mittellandmalz prüft im Rahmen ihrer Strategiearbeit weitere Absatzmöglichkeiten für Schweizer Malz.