Emmentaler Brauerei im Konkurs
Die «Brauschüür» (Schaubrauerei der Mein Emmental AG in Zollbrück) ist im Konkursverfahren. Das Regionalgericht hat den Antrag auf Nachlassstundung abgewiesen.
«Trotz intensiver Arbeit konnte keine tragfähige Lösung gefunden werden.» Dies schreibt die «Brauuschür» auf ihrer Website zum Konkurs. Mit verschiedenen geprüften Optionen und einem Konzept zur Stabilisierung des Betriebes habe keine tragfähige Lösung gefunden werden können, die eine unmittelbare Fortführung des Unternehmens ermöglicht hätte. Bereits im Juni hatte die Brauerei ihre Aktionärinnen und Aktionäre darüber informiert, dass die Revisionsstelle die Fortführung des Unternehmens als nicht mehr gesichert beurteile. Daraufhin legte der Verwaltungsrat dem Gericht ein Sanierungskonzept vor, das unter anderem die Beschaffung zusätzlicher Liquidität und strukturelle Anpassungen vorsah.
Das Regionalgericht erachtete die Massnahmen jedoch als unzureichend und wies den Antrag auf Nachlassstundung ab, wie die Berner Zeitung in einem Artikel schreibt. Damit sei die Möglichkeit einer Sanierung unter Gläubigerschutz entfallen. Der Verwaltungsrat hat den Konkursentscheid beim Obergericht angefochten und beantragt die aufschiebende Wirkung. Nach eigenen Angaben wurden in den vergangenen Wochen bereits Teile des Sanierungsplans umgesetzt.
Ein zentrales Element ist die Verpachtung der Brauschüür an einen externen Betreiber. Damit soll das Unternehmen das wirtschaftliche Risiko im Gastronomiebereich reduzieren und regelmässige Mieteinnahmen zur Schuldentilgung erzielen. Bereits für 2024 hatte die Mein Emmental AG einen Jahresverlust von 150 000 Franken ausgewiesen. Der kumulierte Verlust belief sich auf rund 500 000 Franken. Auch 2025 schrieb das Unternehmen erneut rote Zahlen.
Als Gründe nennt das Unternehmen den rückläufigen Bierkonsum sowie die schwierige Lage in der Gastronomie. Die Mein Emmental AG betreibt mit der «Brauuschür» seit 2017 eine Mikrobrauerei mit einer Jahreskapazität von bis zu 80 000 Litern Bier.