JBS streicht Netto-Null-Ziel für 2040
Der brasilianische Fleischkonzern JBS gibt sein Netto-Null-Ziel für 2040 auf. Künftig will sich das Unternehmen auf Emissionsziele konzentrieren, die es direkt beeinflussen kann.
JBS hat sein vor fünf Jahren eingeführtes Ziel aufgegeben, bis 2040 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Der weltweit grösste Rindfleischverarbeiter will sich stattdessen auf Emissionsreduktionen in Bereichen konzentrieren, die unter seiner operativen Kontrolle stehen, wie JBS-Nachhaltigkeitschef Jason Weller in einem Interview mit der «Financial Times» erklärte. Unverändert bleibt das Ziel, die Emissionsintensität der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 gegenüber 2019 um 30% zu senken. Neu strebt JBS an, die Emissionen aus den eigenen Verarbeitungsbetrieben bis 2050 um 70% zu reduzieren.
Nach Unternehmensangaben machten Scope-1- und Scope-2-Emissionen im vergangenen Jahr weniger als 4% der gesamten Emissionen aus. Bis 2025 sei deren Intensität gegenüber 2019 um 18,8% gesunken, bei den Verarbeitungsbetrieben um 21,3%.
Nach Angaben von Nachhaltigkeitschef Jason Weller setzt JBS künftig auf messbare Ziele in Bereichen mit operativer Kontrolle. Greenpeace kritisiert den Verzicht auf ein Ziel für Scope-3-Emissionen scharf. «Die Lieferkette von JBS verursacht einige der grössten Methanemissionen weltweit», sagte Daniela Montalto, Campaignerin bei Greenpeace International, gemäss dem Nachrichtenportal Just Food. «Sie sind höher als die gemeinsamen Emissionen von Shell und ExxonMobil und wirken wie ein Flammenwerfer auf das Klima. Dass sich JBS seiner Verantwortung entzieht, die Scope-3-Emissionen zu reduzieren, ist unverantwortlich und geradezu unbegreiflich.» Bereits im vergangenen November hatte JBS einen Rechtsstreit mit der Generalstaatsanwaltschaft des US-Bundesstaats New York über seine ESG-Aussagen beigelegt. Die Behörde hatte dem Unternehmen vorgeworfen, keinen realisierbaren Plan zur Erreichung des Netto-Null-Ziels zu haben.