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Campari wehrt sich gegen Aperol-Nachahmer

Wie jeden Sommer steht der Italo-Drink mit seinem leuchtenden Orange wieder überall auf den Tischen. Allerdings ist in den Gläsern nicht immer das Original. Jetzt geht der Mutterkonzern dagegen vor.

Campari geht in Italien gegen Aperol-Nachahmer vor.

Quelle: Symbolbild Paul Hanaoka/Unsplash

Aperol Spritz ist in Italien beliebt - bei Touristen und Einheimischen gleichermassen. Nur wird vielerorts nicht mehr das Original ausgeschenkt wird. Das hat den Campari-Konzern auf den Plan gerufen, zu dem die Marke «Aperol» gehört. «Wir beobachten, dass Bars und Restaurants orangefarbene Getränke servieren, oft vom Fass, die nicht unbedingt mit Aperol hergestellt werden», klagt der Geschäftsführer der Aperitif-Sparte, Andrea Neri. Deshalb hat der Konzern auf dem besonders umkämpften Heimatmarkt nun erstmals ein «Treueprogramm» für seinen wichtigsten Umsatzbringer (weltweit: 785 Millionen Euro) gestartet.
Nach dem Start in Padua, wo Aperol 1919 von den Brüdern Luigi und Silvio Barbieri erfunden wurde, nehmen mehr als 2000 Gaststätten an den Programm «Aperol Spritz: L'originale» teil. Die Wirte verbürgen sich, dass in ihrem Aperol Spritz (drei Teile Prosecco, zwei Teile Aperol, ein Teil Sodawasser, dazu Eis und Orangenscheibe) tatsächlich Aperol verwendet wird. Im Gegenzug gibt es Werbematerial, Schulungen für Barkeeper und ein Zertifikat für die Eingangstür. Die genaue Rezeptur aus Bitterorangen und Kräutern bleibt geheim.
«Aperbitter» ist nicht erlaubt - «Bitterol» schon
Der Name Spritz kommt übrigens daher, das österreichische Soldaten im 19. Jahrhundert der Wein in Venetien zu kräftig war, weshalb sie ihn mit Wasser verdünnten - also «spritzten». Das lässt sich auch mit anderem Alkohol machen, aber seit der Übernahme von Aperol durch Campari 2003 ist der Italo-Drink in vielen Ländern zum beliebtesten Aperitif geworden. Auf Fotos, auch bei TikTok und Instagram (Hashtag: #aperolspritz), macht sich das Orange ausgesprochen gut.
Allerdings geht Campari seit längerem schon auf internationalem Gebiet juristisch gegen einen Missbrauch seiner geschützten Marke vor. So entschied das EU-Amt für geistiges Eigentum, dass ein anderes Bittergetränk nicht «Aperbitter» heissen darf. Nicht verhindern liess sich, dass die Discounter Aldi, Lidl und Penny mit halb so teuren Eigenmarken wie Apice oder Bitterol auf dem Markt sind. Auch Edeka und Rewe führen preisgünstigere Bitter-Aperitifs im Sortiment, die dem Original auch optisch sehr ähneln.
Campari-Manager Neri sagt dazu lediglich: «Das Vorhandensein von Produkten, die von Aperol inspiriert sind, ist in erster Linie eine Bestätigung für den Erfolg der Kategorie, zu deren Entstehung und Entwicklung wir im Laufe der Jahre beigetragen haben.»

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