Niedriger Rheinstand beeinträchtigt deutsche Logistik
Wegen des Niedrigwassers auf Deutschlands Wasserstrassen lockern mehrere Bundesländer das Sonntagsfahrverbot für LKW. Der Handel warnt dennoch vor möglichen Engpässen in den Lieferketten.
Das Niedrigwasser auf Deutschlands Wasserstrassen beeinträchtigt den Gütertransport und veranlasst immer mehr Bundesländer dazu, Ausnahmen beim Sonntagsfahrverbot für LKW einzuführen. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland haben das Verbot für bestimmte Transporte vorübergehend gelockert. Baden-Württemberg will ab dem kommenden Wochenende bis Ende August folgen. Sachsen hält an den bisherigen Regelungen fest, wie die Deutsche Pressseagentur DPA berichtet.
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt rechnet damit, bass bei weiter sinkenden Wasserständen keine durchgehende Schifffahrt mehr auf dem Rhein möglich sein wird. Der Schiffsverkehr sei dann nur noch zwischen Rotterdam und Köln möglich.
Die Ausnahmen sollen Ersatztransporte auf der Strasse erleichtern. Allerdings sind die Kapazitäten auf Schiene und Strasse begrenzt und die Kosten höher, wie der Bund der Deutschen Industrie verlauten liess. Laut dem Logistikverband BGL fehlen in Deutschland seit Jahren mehr als 100'000 Fahrer.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt deshalb vor möglichen Folgen für den Detailhandel. Zwar würden nur wenige für den Handel bestimmte Güter per Schiff transportiert. Die Verlagerung von Transporten auf Strasse und Schiene könne dort jedoch Engpässe verursachen, die auch den Detailhandel betreffen würden. Der HDE fordert deshalb, Lang-LkW dauerhaft zuzulassen. Lang-LKW von bis zu 25 Metern Länge haben kein höheres Gesamtgewicht, können aber bei voluminösen oder leichten Gütern mehr transportieren.