Mercosur: Benedikt Würth will Bauern mit Geld überzeugen
Der St. Galler Mitte-Ständerat Benedikt Würth will die Schweizer Landwirte mit einem millionenschweren Rettungsplan vom Mercosur-Freihandelsabkommen überzeugen.
Benedikt Würth.
Quelle: zVg
Eigentlich forderte Bauernverbandspräsident und Mitte-Nationalrat Markus Ritter 880 Millionen Franken für die Bauern, wenn die Bauernpolitiker auf Mercosur-Kurs einschwenken würden. Foodaktuell berichtete. Das Nein zum Mercosur-Abkommen sei eine Machtdemonstration von Ritters Bauernlobby gewesen, hält die «NZZ am Sonntag» fest. Nun habe der einflussreiche Mitte-Ständerat Benedikt Würth in aller Diskretion mit der Verwaltung und den Landwirten verhandelt und ein Rettungspaket für das für die Exportwirtschaft wichtige Abkommen aufgegleist. Der Mitte-Ständerat habe im Hintergrund die Fäden gezogen und einen 517 Millionen Franken schweren Rettungsplan für das Mercosur-Freihandelsabkommen erarbeitet, wie es im Artikel der «NZZ am Sonntag» heisst.
Mit dem noch vertraulichen Antrag wolle Würth die Zustimmung der Landwirtschaft zum umstrittenen Abkommen sichern. 480 Millionen Franken sollten über sechs Jahre als rückzahlbare zinslose Darlehen an die Bauern fliessen. Weitere 37 Millionen Franken seien für die Absatzförderung vorgesehen. Auch die bestehenden Massnahmen für die kriselnden Weinbauern sollten weitergeführt werden. Das Paket habe im bürgerlich dominierten Ständerat gute Chancen. Von Links-Grün gebe es jedoch weiterhin Widerstand wegen ungenügender sozialer und ökologischer Garantien. Der Bauernverband habe seine ursprüngliche Forderung von 880 Millionen Franken inzwischen auf 657 Millionen reduziert. Das Geschäft werde diese Woche in der Aussenpolitischen Kommission des Ständerats beraten.