Hagel zwingt Rutishauser-DiVino zur Noternte
Nach dem schweren Hagel vom Freitag hat Rutishauser-DiVino die Traubenernte kurzfristig vorgezogen. Allein am Wochenende verarbeitete die Weinkellerei 144 Tonnen Trauben. Lokal drohen Ernteausfälle von bis zu 70 Prozent.
Eine heftige Gewitterzelle mit Hagelkörnern von bis zu sechs Zentimetern Durchmesser hat am Freitag Rebflächen vom Seeland über den Aargau und das Zürcher Unterland bis in die Bodenseeregion getroffen. Zu den Betroffenen gehören Rutishauser-DiVino und zahlreiche der über 200 Traubenproduzenten des Unternehmens, das eine der grössten Traubenproduzentinnen und Weinkellereien der Schweiz ist.
Wegen der Schäden entschied die Winterthurer Weinkellerei unmittelbar nach dem Unwetter, grosse Teile der betroffenen weissen Trauben vorzeitig zu ernten. «Die Verarbeitung der Trauben konnte nicht warten, da beschädigte Trauben rasch an Qualität verlieren können», schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Die ursprünglich erst ab dieser Woche geplante Traubenannahme wurde innerhalb weniger Stunden hochgefahren. Zusätzliche Mitarbeitende wurden mobilisiert und Produktionsanlagen sowie Anlieferungslogistik vorbereitet.
Am Samstag nahm Rutishauser-DiVino rund 88 Tonnen Trauben entgegen, am Sonntag weitere 56 Tonnen. Unterstützt wurden die Produzenten bei der Noternte von Familien, Freunden, Nachbarn und freiwilligen Helfern. Während ein Grossteil der weissen Traubensorten sofort eingebracht werden musste, soll die Ernte der roten Sorten gestaffelt in den kommenden Tagen und Wochen erfolgen.
Das gesamte Ausmass der Schäden ist noch unklar. In einzelnen Rebflächen wird laut Mitteilung mit Ausfällen von bis zu 70 Prozent gerechnet. Beschädigt wurden zudem Fahrzeuge, Dachfenster und die Photovoltaikanlage von Rutishauser-DiVino. Die Qualität der geernteten Trauben sei hingegen nicht beeinträchtigt; das Unternehmen geht von einem guten Weinjahr aus.