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Rekordtiefe Schweizer Kartoffelernte

Die Gesamternte der Schweizer Kartoffeln fällt 2026 so klein aus wie seit rund 100 Jahren nicht mehr. Die Hektarerträge sind über 20 Prozent tiefer als im Durchschnitt.

Christian Bucher, Geschäftsführer von Swisspatat, Urs Reinhard, Präsident und Niklaus Ramseyer, Präsident VSKP.

Quelle: hps

Die Auswirkungen der Trockenheit sind deutlich. Laut Swisspatat-Geschäftsführer Christian Bucher liegt der durchschnittliche Flächenertrag 22 Prozent unter dem üblichen Niveau. Mit 29,4 Tonnen pro Hektar ist er so tief wie seit den 1960er-Jahren nicht mehr. Obwohl die Anbaufläche von 10 809 auf 11 346 Hektar gestiegen ist, werden nur 333 000 Tonnen Kartoffeln erwartet. Im Durchschnitt sind es 411 000 Tonnen. «Wir haben seit 100 Jahren noch nie so wenig Kartoffeln geerntet wie 2026», sagte Bucher. Die Qualität der Knollen sei allerdings sehr gut. Besonders deutlich zeigt sich die Bedeutung der Bewässerung: Rund die Hälfte der Flächen konnte bewässert werden und erzielte im Mittel 55 Prozent höhere Erträge. Insgesamt fehlen der Schweiz rund 130 000 Tonnen Kartoffeln. Importe werden deshalb nötig. Konsumenten müssen mit weniger Schweizer Ware, kleineren Pommes frites und Chips sowie möglicherweise höheren Preisen rechnen.
Robustere Sorten gefragt
Die Branche will sich besser gegen Trockenheit, Hitze und neue Krankheiten wappnen. Neben dem Ausbau der Bewässerung setzt sie auf robustere Sorten. Bis 2040 sollen 80 Prozent der angebauten Kartoffelsorten resistent sein. Agroscope arbeitet dazu auch mit Genom-Editierung. «Der Klimawandel ist schneller als unsere Züchtungsarbeit», sagte Agroscope-Forscher Etienne Bucher. Swisspatat fordert deshalb, neue Züchtungsmethoden möglichst rasch verfügbar zu machen und ähnlich wie in der EU zu regulieren.

Milchwirtschaftliches Museum

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