Professorin Dr. Ute Marx bei der Algenanzucht im Labor.
Quelle: zVg
Mikroalgen könnten dazu beitragen, die Produktion von kultiviertem Fleisch ressourcenschonender und wirtschaftlicher zu machen. Eine internationale Forschungsgruppe mit Beteiligung der Hochschule Pforzheim untersuchte dafür die Mikroalge Chlorella BDH-1, wie die Hochschule mitteilt.
Die Forschenden nutzten verbrauchtes Zellkulturmedium, um die Mikroalgen zu kultivieren. Aus der entstandenen Biomasse stellten sie einen Algenextrakt her, der anschliessend wieder als Bestandteil des Mediums für tierische Zellen eingesetzt wurde. Das verbrauchte Medium liess sich dabei mehrfach für die Algenkultivierung verwenden.
Unter bestimmten Bedingungen wuchsen tierische Zellen mit dem Algenextrakt mehr als doppelt so gut wie in einem herkömmlichen Zellkulturmedium. Bei einer Ko-Kultivierung von Mikroalgen und tierischen Zellen konnten zudem die zugesetzten Mengen an Aminosäuren und Serum um 50 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig vermehrten sich die Zellen rund 40 Prozent stärker.
Professorin Ute Marx von der Hochschule Pforzheim analysierte mittels NMR-Spektroskopie, welche Nährstoffe im Algenextrakt enthalten sind und von den tierischen Zellen aufgenommen werden. Die Studie bildet eine Grundlage für weitere Untersuchungen zur technischen Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Verfahrens. Die Studie zeigt, dass Mikroalgen nicht nur als Proteinquelle interessant sind, sondern auch dabei helfen könnten, Nährstoffe in zukünftigen Zellkultursystemen effizienter zu nutzen.