Der Rohstoff für Bresaola könnte knapp werden.
Die EU-Kommission setzte die Einfuhr von brasilianischem Rindfleisch und weiteren tierischen Erzeugnissen am 3. September 2026 vorläufig aus. Hintergrund sind unzureichende Nachweise darüber, dass bei der Rinderhaltung keine in der EU verbotenen Antibiotika eingesetzt werden wie die
NZZ in einem Artikel schreibt. Mehr als 80 Prozent des für Bresaola verwendeten Rindfleischs würden aus Südamerika stammen. Davon rund 60 Prozent aus Brasilien. Die geschützte geografische Angabe schreibt nicht die Herkunft des Fleisches vor, sondern die Verarbeitung und Veredelung in der Provinz Sondrio.
Die Dokumentations- und Kontrollsysteme in Brasilien genügen den Anforderungen der EU nicht. Laut italienischen Medien hat dies mit dem Mercosur-Handelsabkommen zu tun, das seit dem 1. Mai dieses Jahres vorläufig gilt. Gemäss diesem hätte Brasilien ein entsprechendes Zertifizierungssystem einführen müssen. Argentinien, Paraguay und Uruguay, die anderen Signatarstaaten des Mercosur-Abkommens mit der EU, haben offensichtlich keine Schwierigkeiten, die Vorschriften zu erfüllen.
Alternative Lieferländer lassen sich nach Angaben des Schutzkonsortiums nicht kurzfristig erschliessen. Für Bresaola wird besonders mageres Rindfleisch mit bestimmten Eigenschaften für Verarbeitung und Reifung benötigt. Im Veltlin werden jährlich rund 12 000 bis 13 000 Tonnen Bresaola della Valtellina IGP hergestellt. Die zertifizierten Produktionsbetriebe und die damit verbundene Logistik beschäftigen rund 1500 Menschen. Sollte der Importstopp länger dauern, drohen Engpässe und steigende Rohstoffpreise.