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Food Waste: Lebensmittelbranche nimmt Konsumenten stärker in den Blick

Rund 30 Führungskräfte der Schweizer Lebensmittelbranche haben am CEO-Event von United Against Waste diskutiert, wie Unternehmen ihre Kundschaft dabei unterstützen können, weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Johanna Gollnhofer, Professorin an der Universität St. Gallen, stellte Konzepte vor, um Konsumenten zu nachhaltigerem Konsum zu bewegen.

Rund 30 Führungskräfte der Schweizer Lebensmittelbranche haben am CEO-Event von United Against Waste am 14. September diskutiert, wie Unternehmen ihre Kundschaft dabei unterstützen können, weniger Lebensmittel wegzuwerfen.
In Schweizer Haushalten werden pro Person und Jahr rund 80 Kilogramm essbare Lebensmittel weggeworfen. Mengenmässig entspricht dies etwa einem Viertel der Lebensmittelverluste in der Schweiz. Für United Against Waste (UAW) liegt deshalb ein wichtiger Hebel gegen Food Waste im Alltag der Konsumentinnen und Konsumenten.
Das Branchennetzwerk hat dieses Thema ins Zentrum seines diesjährigen CEO-Events gestellt. Rund 30 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus der Schweizer Lebensmittelbranche trafen sich im Rahmen der Nationalen Woche gegen Food Waste. Nachdem viele Unternehmen in den vergangenen Jahren Verluste gemessen, Ursachen analysiert und interne Prozesse verbessert haben, soll der Blick nun verstärkt über die eigenen Betriebe hinausgehen.
Unternehmen können laut UAW mit Sortiment, Angeboten und Kommunikation beeinflussen, welche Entscheidungen für die Kundschaft im Alltag naheliegen. Ziel sei nicht, die Verantwortung für Food Waste auf die Konsumenten abzuschieben. Vielmehr sollen Produkte und Dienstleistungen so gestaltet werden, dass die Vermeidung von Lebensmittelverlusten einfacher wird.
Impulse dazu lieferte Johanna Gollnhofer, Professorin an der Universität St. Gallen. Die Marketingexpertin zeigte auf, weshalb nachhaltige Angebote trotz guter Absichten häufig in der Nische bleiben. Mit ihrem Ansatz des «60%-Potenzials» plädiert sie dafür, solche Angebote stärker aus Sicht der Kundschaft zu entwickeln und zu vermarkten. Nachhaltigkeit allein sei selten das entscheidende Kaufargument. Geschmack, Qualität, Gesundheit, Einfachheit oder Preis könnten wichtiger sein.
Auf Food Waste übertragen bedeutet dies laut UAW: Lösungen entfalten erst Wirkung, wenn sie tatsächlich gekauft, bestellt oder genutzt werden. Unternehmen sollten deshalb ökologische Wirkung und Kundennutzen gemeinsam denken.
United Against Waste zählt mehr als 200 Unternehmen und Organisationen aus Gastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsgastronomie, Verarbeitung, Handel und weiteren Bereichen. In der Schweiz fallen laut dem Netzwerk jährlich rund 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittelverluste an.

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