Ein Drittel der Schweizer Pouletimporte stammt aus Brasilien.
Quelle: Symbolbild Towfiqu Barbhuiya/Unsplash
Die Schweiz hat sich dem Importverbot der EU für Rindfleisch und Geflügel aus Brasilien angeschlossen. Wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» bestätigt, gilt das Verbot seit dem 3. September 2026.
Hintergrund sind die Vorschriften zum Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung. Brasilien habe bislang keine ausreichenden Garantien vorgelegt, dass seine Produkte die Anforderungen erfüllen, heisst es im Beitrag. In der EU dürfen Antibiotika nicht zur Wachstums- oder Leistungssteigerung eingesetzt werden. Bestimmte Reserveantibiotika sind für den Einsatz bei Tieren verboten.
Grössere Versorgungsprobleme wegen des Importstopps erwartet die Fleischbranchenorganisation Proviande nicht. Fast 80 Prozent des in der Schweiz konsumierten Rindfleischs stammten aus einheimischer Produktion; Importe kämen vor allem aus Deutschland und Österreich, so Proviande gegenüber SRF. Beim Geflügel ist Brasilien bedeutender: Rund 40 Prozent werden importiert, davon etwa ein Drittel aus Brasilien. Die Situation sei aber bewältigbar, so Proviande.
Coop sieht vom Importstopp nur wenige Produkte betroffen. Auch die Migros spricht von wenigen Convenience-Produkten wie Poulet-Nuggets und stellt dort auf Ware aus der EU um. Eine Erhöhung der Fleischpreise kann laut Proviande derzeit allerdings nicht ausgeschlossen werden.