Mit dem neuartigen Prüfsystem auf Basis der Optischen Kohärenztomographie (OCT) des Fraunhofer IKTS lassen sich Fehler in Siegelnähten bereits während des Verpackungsprozesses in Echtzeit zerstörungsfrei und hochaufgelöst identifizieren.
Quelle: Fraunhofer IKTS
Viele Lebensmittelverpackungen bestehen aus mehrlagigen Verbundfolien, die sich nur schwer recyceln lassen. Recyclingfähige Monofolien sind eine Alternative, ihre Siegelnähte gelten im Verpackungsprozess jedoch als fehleranfälliger. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS haben deshalb im Projekt «OCTInline» ein Prüfsystem auf Basis der Optischen Kohärenztomographie (OCT) entwickelt, wie das IKTS mitteilt.
Das System ist direkt in den Versiegelungsprozess einer Verpackungsmaschine integriert und prüft die Siegelnaht in Echtzeit und zerstörungsfrei. Bei Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 25 Metern pro Minute erkennt und visualisiert es Poren bis zu einer Grösse von acht Mikrometern. Dazu erzeugt nahinfrarotes Licht dreidimensionale Bilder der inneren Materialstruktur. So werden unter anderem Lufteinschlüsse und unzureichend verschweisste Bereiche sichtbar.
Die Echtzeitprüfung soll Ausschuss und Materialverbrauch reduzieren. Die Messdaten können zudem Hinweise auf nicht optimal eingestellte Prozessparameter oder verschlissene Werkzeuge liefern, wie das IKTS schreibt. Seit Juli 2026 wird ein Demonstrator bei der Kallfass Verpackungsmaschinen GmbH in Nürtingen eingesetzt und potenziellen Kunden vorgestellt.
Laut dem Institut eignet sich die Technologie neben Verpackungen auch für funktionale Beschichtungen, keramische Komponenten oder additiv gefertigte Bauteile. Überall dort, wo dünne Schichten, innere Strukturen oder kleinste Defekte zuverlässig erkannt werden müssten, könne die OCT einen wichtigen Beitrag leisten – von der Medizintechnik über funktionalisierte Oberflächen bis hin zum industriellen 3D-Druck, betont das Institut.