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Beeren bleiben dank Algenfolie länger frisch

Das Materialwissenschaftsunternehmen Noriware hat seine Verpackungsfolie auf Basis von Meeresalgen mit dem Schweizer Detailhändler Volg getestet. Dank der Plastikalternative gab es über 50 Prozent weniger Abschreibungen bei den Heidelbeeren.

Für Volg ist die Algenfolie Norifresh eine interessante Alternative zur herkömmlichen Plastikverpackung. Der Detailhändler sieht aber noch Verbesserungspotenzial.

Quelle: Noriware

Norifresh ist eine Verpackungsfolie auf Algenbasis für Obst und Gemüse, die das Schweizer Unternehmen Noriware produziert. Diesen Juni testete Noriware die Top-Seal-Folie zusammen mit dem Detailhändler Volg drei Wochen lang in der Praxis, wie Noriware diese Woche mitteilte. Die mit der Algenfolie verschlossenen Kartonschalen durchliefen dabei die reguläre Lieferkette: Sie wurden bei der Tobi Seeobst AG auf den regulären Anlagen verpackt, über das Vertriebsnetz von Volg ausgeliefert und in 300 Volg-Filialen verkauft. Die Anlage konnte dabei 60 Schalen pro Minute füllen.
Über 50 Prozent weniger Abschreiber
Das Resultat des Pilotprojektes: Die Abschreiber bei Heidelbeeren konnten im Vergleich zum Vorjahr sowie zu Referenz-Verteilzentralen, die herkömmliche Kunststoffverpackungen verwendeten, um mehr als 50 Prozent reduziert werden, wie Noriware schreibt. Der Grund ist laut Noriware die Art, wie Norifresh die Feuchtigkeit im Inneren der Verpackung reguliert. Frische Beeren geben nach dem Verpacken auf natürliche Weise Feuchtigkeit ab. Herkömmliche Kunststoffverpackungen schliessen diese Feuchtigkeit ein, was zu Kondenswasserbildung führt und Bedingungen schafft, die den Verderb beschleunigen. Norifresh hingegen ist atmungsaktiv und lässt überschüssige Feuchtigkeit entweichen, wodurch ein ausgewogeneres Klima rund um die Beeren aufrechterhalten wird. Dadurch blieben die Beeren länger trocken und frisch.
Volg sieht noch Optimierungspotential
Das erste Volg-Pilotprojekt habe gezeigt, dass Norifresh auf bestehenden Verpackungsanlagen eingesetzt werden könne, sich in einer etablierten Lieferkette des Detailhandels bewähre und gleichzeitig Lebensmittelabfälle reduziere, schreibt Noriware. Gemeinsam mit Tobi Seeobst AG und Volg testet Noriware die Algenfolie während drei Wochen auch bei Himbeeren. Auch hier zeige sich eine bessere Haltbarkeit, wie die Medienstelle von Volg auf Anfrage schreibt: Die Himbeeren seien gegenüber einer konventionellen Verpackung rund zwei Tage länger ohne Anzeichen von Fäulnis geblieben.
Volg schreibt weiter, man verkaufe derzeit noch keine Beeren durchgehend mit dieser Folie. Es gebe noch Optimierungspotenzial: Die Folie soll transparenter werden, damit die Produkte für die Konsumentinnen und Konsumenten besser sichtbar seien. Zudem soll sie bei unterschiedlichen Temperaturen und Feuchtigkeitsbedingungen möglichst glatt bleiben. Auch das Verschweissen der Folie mit dem Karton könne noch weiter optimiert werden. Für Volg ist die Algenfolie «eine interessante Alternative zur herkömmlichen Plastikverpackung». Und: «Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es sich lohnt, die weitere Entwicklung zu verfolgen.»
Auch Coop testet in einem dreiwöchigen Pilotprojekt die Norifresh-Folie für Himbeeren, wie Noriware auf Linkedin mitteilt. Coop beantwortet in einem Q&A die wichtigsten Fragen rund um die getestete Verpackung (hier).

Milchwirtschaftliches Museum

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