Produkte wie der Schlosskäse will das Schloss Herdern künftig wenn möglich von Partnerbetrieben produzieren lassen.
Das Schloss Herdern schliesst seine seit 1897 bestehende Käserei per 31. Dezember 2026. Die Betriebskommission habe diesen Schritt vor allem wegen der hohen Kosten einer dringend notwendigen Sanierung beschlossen, schreibt die «Thurgauer Zeitung». Laut dem stellvertretenden Geschäftsleiter Jürg Wetli hätten sowohl die Gebäudehülle und die inneren Anlagen als auch die Produktionsanlagen erneuert werden müssen.
Zudem will die Institution künftig stärker in klientennahe Bereiche investieren. Der finanzielle Aufwand für den Betrieb einer kleinen Käserei lohne sich nicht mehr. Schloss Herdern bietet über 100 Menschen, die aus sozialpsychiatrischen Gründen auf einen geschützten Rahmen angewiesen sind, Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Von der Schliessung der Käserei sind zwei Mitarbeitende betroffen. Das Schloss will sie bei der Suche nach einer Weiterbeschäftigung im Lebensmittelbereich unterstützen.
Der Käse von Schloss Herdern soll weiterhin produziert werden, heisst es im Zeitungsbericht weiter. Gespräche mit potenziellen Partnerbetrieben seien bereits weit fortgeschritten. Produkte wie das «Schlossmutschli» und der «Schlosskäse» sollen nach den bisherigen Rezepturen hergestellt werden. Wo und ab wann dies geschieht, ist noch offen.
Vor zwei Jahren hatte das Schloss Herdern noch grosse Pläne für seine Käserei: Sie sollte in eine Spezialitätenkäserei mit Schaucharakter umgebaut werden (
foodaktuell berichtete). Letztes Jahr hatte die Käserei rund 210'000 Kilogramm Milch zu Käse, Trinkmilch und Rahm verarbeitet und rund 9 Tonnen Käse hergestellt, wie aus dem
Jahresbericht des Schloss Herdern hervorgeht. 2024 lag die verarbeitete Milchmenge noch bei 478'000 Kilogramm und die Käseproduktion bei 41 Tonnen. Der starke Rückgang erklärt sich daraus, dass die Schlosskäserei im März 2025 die Tilsiter-Produktion eingestellt hatte.