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Suisselab wehrt sich gegen Vorwürfe der Finanzkontrolle

Die Analytikfirma Suisselab ist mit dem Vorwurf konfrontiert, für die öffentlich-rechtliche Milchprüfung vom Bund zu viel Geld kassiert zu haben. Sie wehrt sich: Man habe immer nach Treu und Glauben abgerechnet.

von pd

Einer der zu prüfenden Parameter bei der Milchprüfung sind die Hemmstoffe (meistens Antibiotika), die den gesetzlich festgelegten maximalen Rückstand nicht überschreiten dürfen.

An ihrer Generalversammlung vom 18. Juni informierte die Suisselab AG die Aktionäre über Vorwürfe der Eidgenössischen Finankontrolle EFK nach einer Prüfung. Diese wirft der Suisselab vor, zu hohe Kosten auf die öffentlich-rechtliche Milchprüfung umgelegt zu haben. Konkret soll Suisselab in den Jahren 2016 und 2017 in ihren Subventionsgesuchen zu hohe Kosten angegeben und somit zwei Millionen Franken zu viel Subventionen bezogen haben.

Diese Vorwürfe weise man in aller Form zurück, schreibt Suisselab in einer Mitteilung. Man sei sich keines Vergehens bewusst und habe stets nach Treu und Glauben abgerechnet. Sämtliche Umlagen seien buchhalterisch korrekt vorgenommen worden. Man habe beim zuständigen Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV auch jährliche Rechenschaftsberichte eingereicht, die die beanstandet worden seien.

Suisselab habe von 2013 bis 2018 die Kosten der öffentlich-rechtlichen Milchprüfung um 1,4 Mio. Franken reduziert und damit einen wesentlichen Beitrag zur Einsparung von Subventionen geleistet. «Wir haben weder ein Interesse noch einen Anreiz, den Erhalt von Subventionen zu maximiern», wird Verwaltungsratspräsident Markus Gerber zitiert. Man habe nichts zu verstecken und setze sich entschieden für eine rasche Klärung der aufgeworfenen Fragen ein.D

Der Verwaltungsrat habe nach Bekanntwerden der EFK-Vorwürfe beschlossen, eine Sonderprüfung zur Kontrolle der eigenen Buchhaltungslegung durchzuführen und einen externen Revisor damit zu beauftragen. Dessen Ergebnisse würden in den nächsten Wochen vorliegen, man werde diese prüfen, die nötigen Konsequenzen ziehen und darüber informieren. Die allfällige Rückforderung von Subventionen stelle ein wesentliches Ereignis nach Bilanzstichtag dar, deshalb habe man die Aktionäre rechtzeitig darüber informiert.