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Selbstbedienungskassen belasten Verkäuferinnen

Mehr Stress, Belästigungen und Zukunftssorgen: Eine Studie hat untersucht, wie sich Self-Scanning-Kassen auf die Moral und Gesundheit des Kassenpersonals auswirken.

von mos/sda

Self-Scanning-Kassen machen Verkäuferinnen zu Kontrolleurinnen. (Bild zvg)

Selbstbedienungskassen in Supermärkten sind praktisch für die Kundschaft – und sie sind auf dem Vormarsch. Über 4000 Self-Scanning-Kassen stehen bei Migros und Coop bereits schweizweit im Einsatz. Doch die Selbstbedienungskassen führen nicht etwa zu weniger Arbeit für das Verkaufspersonal – im Gegenteil. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Verkäuferinnen immer mehr «berufsfremde» Aufgaben wie Kontrolle und Überwachung übernehmen müssen und oft mit aggressiven Kunden zu tun haben.

«Gravierende Folgen»

Die Studie ist von der Gewerkschaft Unia bei der Universität Bern in Auftrag gegeben und am Donnerstag den Medien vorgestellt worden. Die Folgen der Digitalisierung der Kassensysteme mit Self-Scanning und Self-Checkout seien für die Angestellten «gravierend», schreibt die Unia. Das Personal an den Selbstbedienungskassen müsse immer mehr Aufgaben in immer kürzerer Zeit bewältigen. Das sei Stress pur. Insbesondere müsse es kontrollieren und überwachen – was nicht mehr viel mit dem Beruf einer Verkäuferin oder eines Verkäufers zu tun habe.

Die Angestellten – vor allem die Frauen – seien vermehrt dem «aggressiven und unangemessenen Verhalten der Kundschaft» ausgesetzt. Sie bekämen abwertende und sexistische Kommentare zu hören, heisst es in der Studie.

Angst vor Stellenabbau

Zudem führe das lange Stehen, im Extremfall bis zu einer ganzen Tagesschicht, zu starken körperlichen Belastungen. Ebenfalls vielerorts prekär sind laut Unia die Arbeitsbedingungen mit Stundenlohn, hohen Anforderungen an die Flexibilität und fehlenden Berufsperspektiven. Vor allem weniger qualifizierte Arbeitskräfte hätten Angst, dass herkömmliche Kassen ganz verschwinden und ihre Stellen wegrationalisiert werden könnten.

Die Unia fordert deshalb unter anderem höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Der Einsatz der Kassensysteme dürfe keinesfalls zu Stellenabbau führen, die Digitalisierung müsse dem Personal zugute kommen, schreibt die Gewerkschaft zur Studie.