Datum: Technologie:

Anuga wächst über sich hinaus

Der Andrang an die Anuga ist riesig. Viele Aussteller mussten abgewiesen werden. Jetzt könnte die Messe alle Jahre stattfinden.

von pd/hps

Die Anuga 2017 platzte aus allen Nähten. Trotz neuer Ausstellungsflächen mussten viele Interessenten abgewiesen werden, und von den über 7400 Ausstellern, die es in die Hallen in Köln-Deutz geschafft haben, hätten 90 Prozent gern grössere Flächen gebucht. Nun hat die Kölnmesse bei Mitveranstaltern, Verbänden und Ausstellern sondiert, ob diese Nachfrage mit einer Halbierung des Messerhythmus von zwei Jahren auf ein Jahr befriedigt werden könnte. Jedes Jahr Anuga, das würde vor allem der Messegesellschaft, aber auch dem Handelsverband BVLH und der Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie BVE als Mitveranstalter erhebliche Mehrumsätze bescheren. Bei einer anderen Kölner Top-Veranstaltung, der Photokina, ist die Entscheidung bereits in diesem Sinne gefallen: Ähnlich alt wie die Anuga wird diese Weltleitmesse für Fotografie und Imaging ab 2019 nicht mehr alle zwei Jahre im Herbst, sondern alljährlich im Mai stattfinden.

Nicht nur Aussteller haben Bedenken einer alljährlichen Anuga. Zweimal 4000 oder 5000 Aussteller statt einmal 7400, das klingt zwar nach einer einfachen Rechnung, doch manche sehen die Gefahr, das seit sechs Jahrzehnten erfolgreiche Konzept der weltgrössten Ernährungsmesse zu inflationieren. Dann könnte es der Anuga gehen wie den Inter-Messen (InterMopro, InterMeat, InterCool) in Düsseldorf, die nach ihrer raschen Expansion ein noch schnelleres Ende fanden. Wie viele Unternehmen bereit sind, künftig jedes Jahr einen Stand auf der Anuga zu buchen, oder ob es genügend neue Aussteller für eine zusätzliche Ausgabe gibt, werde die Kölnmesse gemäss Mitteilung genau prüfen.