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Arla verschifft neu «supercoole» Milchprodukte in alle Welt

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods hat ein sogenanntes Supercooling-Verfahren entwickelt, mit dem sich frische Milchprodukte per Schiff in alle Welt verschicken lassen.

von pd/mos

Käse im Wiinterschlaf: Mit Supercooling kann Arla Frischkäse bis nach Australien verschiffen. (Bild Arla/zvg)

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods hat nach eigenen Angaben ein «revolutionäres» Supercooling-Verfahren entwickelt, mit dem frische Milchprodukte ohne Konservierungsstoffe über lange Strecken mit Schiffen transportiert werden können. Das eröffne dem Unternehmen neue Exportchancen, schreibt Arla in einer Mitteilung. Bereits heute exportiert das Unternehmen jährlich 1 Milliarde Kilogramm Milchprodukte bis nach Asien, Australien und in die USA.

Nicht alles lässt sich einfrieren

Das Problem beim Export in die weite Welt: Zwar lassen sich einige frische Milchprodukte einfrieren und per Flugzeug transportieren, bei anderen ist das aber nicht möglich, beziehungsweise die Qualität leidet darunter. «Immer mehr Märkte verlangen gekühlte, frisch schmeckende und natürliche Produkte, statt tiefgefrorene Waren oder Produkte mit Konservierungsstoffen», wird der zuständige Arla-Manager Lars Dalsgaard in der Mitteilung zitiert. Beim Supercooling (deutsch Unterkühlung) wird die Temperatur einer Flüssigkeit unter ihren Gefrierpunkt abgesenkt, ohne dass sie dabei erstarrt.

Mit dem neuen Verfahren könne man Milchprodukte in einen «Dornröschenschlaf» versetzen, und sie frisch und in Topqualität liefern, erklärte Daalsgard. Die Herausforderung bei dieser Methode sei es, das Herunterkühlen zeitlich genau auf jedes Produkt abzustimmen.

Dänischer Käse für Australien

Arla testet das neue Verfahren zur Zeit mit verschiedenen frischen Produkten wie Milch, Joghurt oder Käse. Kürzlich kam zum Beispiel die erste Schiffsladung mit «supercoolem» Castello-Käse in Dänemark an, transportiert in speziellen Containern unter «supergekühlten» Bedingungen. Damit könne man den Kunden in Australien neu Rahm- und Frischkäse anbieten, den man bisher nicht habe exportieren können, weil er sich nicht zum Tiefkühlen eignete, schreibt Arla in der Mitteilung. Das neue Verfahren erlaube es, auch entfernte Märkte mit einem breiteren Angebot an Produkten mit kurzer Haltbarkeit zu beliefern.