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Biobutter wird knapp

Wegen der aktuell tieferen Biomilch-Produktion könnten die Biobutter-Lager bald leer sein. Die Preise für Biomilch-Produkte dürften wegen des knappen Angebots bald steigen.

von lid

Bio-Butter droht auszugehen

Die Biomilch ist knapp, in den ersten vier Monaten des Jahres lag die Produktion rund 1,5 Prozent unter Vorjahresmenge. Über den milchknappen Sommer, viele Kühe sind auf den Alpen, dürfte sich die Lage weiter zuspitzen. Bio Suisse fordert deshalb eine Preiserhöhung für Biomilch um 3 Rappen pro Kilogramm. Im April lag der Durchschnittspreis bei 74 Rappen, für konventonelle Molkereimilch lag er bei gut 52 Rappen. Emmi und Coop wollen auf die Forderung nach Preiserhöhung eingehen, die Migros prüft die Forderung.

Mit dem kleineren Biomilch-Angebot stellen die Verarbeiter im Sommer in erster Linie Frischprodukte wie Trinkmilch oder Joghurt her. Haltbare Produkte wie Butter hingegen werden verstärkt im Frühjahr produziert, wenn das Biomilch-Angebot gross ist und dann an Lager gelegt. Derzeit beträgt  der Lagerbestand aber weniger als 30 Tonnen, im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit 250 Tonnen. Biobutter droht deshalb auszugehen: „Die Verfügbarkeit auf Ende August ist in Frage gestellt“, sagt Ania Biasio, die Sprecherin von Bio Suisse. Die restlichen Biomilch-Produkte seien hingegen nicht von einem Engpass betroffen.

Emmi prüft als Alternativen die Verbutterung von Bio-Umstellmilch und der Import von Biobutter, wobei Umstellmilch bevorzugt werde.

Bei Bio Suisse rechnet man erst im nächsten Jahr einer Zunahme der Biomilchmenge – dank neuer Biomilchbauern. Das Interesse an einer Umstellung auf Bio dürfte bei dem grossen Preisunterschied zwischen konventioneller und Biomilch vorhanden sein.