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Deutsche Händler einigen sich auf Tierhaltungskennzeichnung

In Deutschland haben sich die grossen Händler auf ein Tierwohl-Label geeinigt.

Ab 1. April wird abgepacktes Fleisch bei den grossen deutschen Detailhändlern nach einem einheitlichen System zur Tierhaltung gekennzeichnet. Aldi Nord und Süd, Edeka und Netto, Kaufland und Lidl, Rewe und Penny werden das neue System «Haltungsform» einführen, es steht weiteren Unternehmen offen, wie LZ-net schreibt. Dabei handle es sich nicht um ein neues Tierwohl-Label, erklärte die verantwortliche Initiative Tierwohl (ITW), sondern eine Orientierungshilfe für die Konsumenten, mit dem alle bestehenden Tierwohlprogramme in einem vierstufigen System gekennzeichnet werden.

Gekennzeichnet werden folgende Stufen: 1. «Stallhaltung» entspricht den gesetzlichen Anforderungen oder dem QS-Standard. 2. «Stallhaltung plus» entspricht einer Haltung mit mindestens 10 Prozent mehr Platz im Stall und zusätzlichem Beschäftigungsmaterial. 3. «Aussenklima» bedeutet noch mehr Platz im Stall und Auslauf. 4. «Premium» bedeutet am meisten Platz und zwingend Auslaufmöglichkeiten, was in Deutschland der Stufe Biofleisch entspricht. Die genauen Informationen finden sich unter www.haltungsform.de

Die ITW schreibt, das neue System sei grundsätzlich vereinbart mit der geplanten staatlichen Tierwohlkennzeichung. Denn die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will ein staatliches Tierwohlzeichen einführen und hatte den Handel aufgefordert, auf eigene Label zu verzichten. Klöckner hat offenbar mit der Branche letzte Gespräche über die Kriterien für ein staatliches Zeichen geführt, derzeit ist aber unklar, ob sie an der Grünen Woche, die nächste Woche in Berlin beginnt, Details dazu präsentieren kann.