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Essbare Insekten auf dem Schweizer Markt

Neuste Entwicklungen in der Erforschung und Produktion von essbaren Insekten sowie ein Insektenschmaus standen im Zentrum des Fachkongresses Swiss Ento Food an der ZHAW in Wädenswil.

von pd/ZHAW

Grille, Mehlwurm und Wanderheuschrecke (v.l.).

«Das Thema Insekten als Nahrungsmittel fasziniert und polarisiert zugleich», so die Feststellung von Tagungsleiter Professor Jürg Grunder vom ZHAW-Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen. Der Kongress Swiss Ento Food vom 31. August 2017 beleuchtete das Thema «essbare Insekten» aus wissenschaftlicher, marketingtechnischer, rechtlicher und aus Konsumentensicht.

Pionier für essbare Insekten

Keynote Speaker und Insektenforscher Prof. Arnold van Huis von der Universität Wageningen in Holland gilt als Pionier für essbare Insekten in Europa. Sein erfolgreiches Kochbuch von 2014 und seine wissenschaftlichen Publikationen über Insekten als Lebensmittel und Futtermittel hatten einen massgeblichen Einfluss auf die Entwicklung in Europa. Unterstützung erhält er auch durch die FAO (UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft), die in Insektenspeisen weltweit ein grosses Potenzial sieht.

Prof. Alexander Mathys von der ETH Zürich sprach über seine neuen Analysemethoden zur Insektenzucht. Mit diesen Untersuchungen kann er aufzeigen, wie effizient eine Insektenproduktion wirklich ist und wie viel effizienter Insektenspeisen gegenüber der traditionellen Fleischproduktion sind. Ein weiterer Vortrag der Mikrobiologin Prof. Leen van Campenhout von der Universität Leuven, Belgien beleuchtete mikrobiologische Fragen in Bezug auf essbare Insekten. Hier zeigt sich, dass es noch an einheitlichen Standardtests fehlt, wie sie zum Beispiel bei Hackfleisch oder Würsten zur Anwendung kommen. Diesbezüglich hat die Wissenschaft noch grossen Nachholbedarf.

Sind wir den Insekten etwas schuldig?

Diese und weitere Fragen stellte der Ethiker Prof. Thomas Potthast von der Universität Tübingen in Deutschland. In seinem Vortrag beleuchtete er den ethischen Umgang mit den Insekten. Vor allem hat er den Tötungsprozess der Insekten genauer untersucht. Derzeit verwenden die meisten Produzenten essbarer Insekten die Methode des Einfrierens. Dies ist ein Verfahren, das auch aus Tierschutzsicht akzeptierbar ist und keinen Verstoss gegen das Tierwohl bedeutet.

Vertreter der Bundesbehörden (vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV und vom Bundesamt für Landwirtschaft BLW) zeigten in zwei Vorträgen die aktuelle rechtliche Situation für essbare Insekten als Lebensmittel und Futtermittel auf und erläuterten den Spielraum für Wirtschaft und Wissenschaft. Die Schlussfolgerung war auch hier wie in anderen Referaten, dass eine wechselseitige Kommunikation zwischen Behörden, Produzenten, Handel und Wissenschaft als sehr wichtig beurteilt wird.

Insektenausstellung als Anziehungspunkt

Zwischen den Vorträgen präsentierte eine Ausstellung des Insektenspezialisten Daniel Ambühl essbare Insekten aus der ganzen Welt, die von den Besucherinnen und Besuchern denn auch interessiert begutachtet wurden. Auch die beiden Schweizer Firmen Entomos und Essento informierten vor Ort über ihre Produkte und ihre Aktivitäten. Für das Mittagsbuffet hatte Essento auch zwei der Produkte mitgebracht. Die Teilnehmenden konnten sich überzeugen, dass der Heuschreckenspiess und auch die Mehlwurmbällchen wunderbar schmeckten.