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Fonterra mit Verlust

Zum ersten Mal in seiner Geschichte erwirtschaftete Fonterra einen Verlust.

von pd/hps

Miles Hurrell. (Bild: zvg)

Fonterra hat im Geschäftsjahr 2017/2018 (bis Ende Juli 2018) einen Nettoverlust nach Steuern in Höhe von 196 Millionen NZD (124 Mio. Franken) erwirtschaftet. Es ist das erste Mal seit der Gründung der Genossenschaft vor 18 Jahren, dass Fonterra rote Zahlen ausweist. Trotz einer Umsatzsteigerung um 6 Prozent auf 20,4 Milliarden NZD (13 Mrd. Franken) sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 22 Prozent auf umgerechnet 600 Millionen Franken. Fonterra ist der weltweit viertgrösste Molkereikonzern.

Der neue Vorstandschef Miles Hurrell betonte, die Genossenschaft müsse ihre wirtschaftliche Leistung verbessern. Es gebe nichts daran zu deuten, dass dieses Ergebnis nicht die berechtigten Erwartungen erfülle. Fonterra habe ihr Versprechen gegenüber den Landwirten und Anteilinhabern nicht erfüllt, wird Hurrell in der Mitteilung zitiert.

Der neuseeländische Bauernverbandes (Federated Farmers), sprach von einem sehr enttäuschenden Ergebnis. Fonterra müsse einfach besser werden. Die Bauern zeigen sich jedoch zuversichtlich, dass es mit dem neuen Vorstands- und Aufsichtsratschef bei Fonterra besser werde.

Neben der Schadenersatzleistung an Danone in Höhe von umgerechnet 140 Millionen Franken und einer Sonderabschreibung auf die China-Beteiligung Beingmate über 260 Mio. Franken, hätten laut Burrell vier Faktoren zu dem schlechten Ergebnis beigetragen:

  1. Zu optimistische Prognosen.
  2. Falsche Einschätzung des Butterpreises
  3. Ein zu hoher vorausgezahlter Milchpreis
  4. Teilweise gestiegene Kosten.

Als Lichtblick verwies der Vorstand darauf, dass es gelungen sei, den Anteil der Milch zu steigern, die über Produkte mit höherer Wertschöpfung abgesetzt wurde. Auch erreichte die Sparte Consumer-Produkte in China die Gewinnzone zwei Jahre früher als erwartet. Die Fonterra-Marke Anchor ist laut Unternehmensangaben Marktführer bei UHT-Milch in China sowohl im stationären als auch im Online-Handel.

Fonterra-Mitteilung