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Grüner Teppich: Das neue Logo ist da

Bundesrat Ueli Maurer, Grossverteiler, Bauern und Verarbeiter haben die Charta zur nachhaltigen Milch unterzeichnet. Dabei wurde auch das neue Logo «swissmilk green» vorgestellt.

von hps/mos

Nachhaltigkeit, Swissness und Frische soll das Logo symbolisieren. (Bilder mos)
Peter Hegglin, (rechts) Präsident BO Milch, und sein Geschäftsführer Stefan Kohler enthüllen die Charta.
Hanspeter Kern, SMP-Präsident, und Bundespräsident Ueli Maurer im Gespräch.
Vertreter der Branche stossen mit Milch auf die Charta an.

Festlaune in der Galerie des Alpes im Bundeshaus: Heute, 13. August, wurde im Beisein von Bundespräsident Ueli Maurer die Charta für nachhaltige Schweizer Milch unterzeichnet. 41 Vertreter von Milchproduktion, Milchverarbeitung, Detailhandel und Tierschutz haben bis jetzt unterzeichnet. Bis zu 50 Unterzeichner könnten es am Schluss sein, sagte Peter Hegglin, Präsident der Branchenorganisation Milch im Bundeshaus. Die Charta, auch als «grüner Teppich» bekannt, legt fest, nach welchen Richtlinien die Schweizer Milchbauern ab dem 1. September nachhaltige Milch produzieren. Dafür erhalten sie einen Zuschlag von 3 Rappen pro Kilogramm Milch.

«Die Schweizer Milchbranche hat zu lange zu wenig von ihren Mehrwerten gesprochen», betonte Stefan Kohler, Geschäftsführer der Branchenorganisation Milch (BOM). Ab dem 1. September könnten nun die Konsumenten dank des neuen «swissmilk green»-Logos die Nachhaltigkeits-Anstrengungen der Schweizer Milchwirtschaft einfach erkennen, sagte Kohler. Das Logo symbolisiere die drei wichtigsten Eigenschaften: Die nachhaltige Produktion und Verarbeitung, die lokale Herkunft und die Frische, Nähe und hohe Qualität.

Um den Standard erfüllen zu können und die Kennzeichnung «swissmilk green» tragen zu dürfen, müssen zehn Grundanforderungen in der Milchproduktion eingehalten werden. Zum Beispiel Tierwohlprogramme wie RAUS oder BTS oder die  palmfett- und palmölfreie Fütterung von Milchkühen. Darüber hinaus müssen noch zwei Zusatzkriterien aus den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Klima, Tierwohl oder Antibiotikaeinsatz erfüllt werden.

«Antwort auf Importprodukte»

«Schweizer Milch ist nicht einfach teurer, sie ist auch mehr wert als ausländische Milch.» Das sagte Emmi-Mann Markus Willimann, Präsident der Vereinigung Schweizer Milchindustrie (VMI). Der Nachhaltigkeitsstandard sei eine schlagkräftige Antwort auf Importprodukte und Einkaufstourismus, argumentierte Willimann.

Die Konsumentinnen und Konsumenten würden heute nachhaltige Milch erwarten, sagte Roland Frefel von Coop. «Mit der Nachhaltigkeitscharta kommen wir diesen Erwartungen einen grossen Schritt näher.» Wichtig sei, dass der Mehrpreis (3 Rappen pro Kilogramm), den man von den Konsumenten einfordere, auch vollumfänglich  den Bauern zugute komme, sagte Frefel. «Wir werden darauf achten, dass sich alle aus der Branche daran halten.» Die Charta unterzeichnet haben übrigens neben Coop auch die Migros und Volg sowie die Discounter Aldi, Lidl und Spar.

Erfreut zeigte sich Hanspeter Kern, Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP). Mit dem neuen Standard könnten die Mehrwerte der Schweizer Milch besser aufgezeigt und die Leistungen der Milchproduzenten und der gesamten Wertschöpfungskette transparent und verständlich aufgezeigt werden. Ausserdem erwarteten die Milchproduzenten, dass ihr Effort für eine nachhaltige Produktion bei der Agrarpolitik 2022+ honoriert werden. Gegenüber foodaktuell.ch sagte Kern, abhängig von der Milchmenge und dem Anteil von A-Milch bringe der Zuschlag von 3 Rappen pro Liter einem Produzenten jährlich ein paar Hundert bis Tausend Franken mehr.

«Win-Win-Situation»

Von «swissmilk green» würden alle profitieren, zeigte sich Bundespräsident Ueli Maurer in seiner Ansprache überzeugt: Die Konsumenten, die Verarbeiter, die Bauern, die Tiere und die Natur. Der gutgelaunte Bundesrat («Ich konnte früher melken als schreiben») gratulierte der Branche zu diesem gemeinsamen Committment, das wichtige Zielsetzungen des Bundes erfülle: die Produktion gesunder Lebensmittel und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen. «Und ich freue mich, dass die Bundeskasse dadurch nicht belastet wird», scherzte Maurer.