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«Im August 2018 ist der Umzug abgeschlossen»

Anton von Weissenfluh, Chef von Chocolats Halba, über den Umzug nach Pratteln und die grössten Herausforderungen.

von Roland Wyss

«Mit Bio- und Fairtrade-Schokolade können wir im Export wachsen.» Chocolats Halba-Chef Anton von Weissenfluh.

alimenta: Herr von Weissenfluh, Chocolats Halba ist erst teilweise in Pratteln angekommen. Wie ist der Stand genau?

Anton von Weissenfluh: Die Tafelanlagen, die jetzt in Pratteln stehen, wurden neu gekauft. Was schon von Hinwil hierher gezügelt wurde, sind die Anlagen für Oster- und Weihnachtsprodukte. Der Rest, vor allem zwei Tafelanlagen aus Wallisellen, wird Schritt für Schritt folgen. Ganz zuletzt wird die Pralinenproduktion und die Beutelanlage aus Hinwil gezügelt. Im August 2018 soll der Umzug abgeschlossen sein.

Was war beim Umzug die grösste Herausforderung?

Da gab es verschiedene. Sehr wichtig war für uns, dass wir die ‹Schlüsselleute› mit dem Produktions-Know-how behalten konnten. Wir haben rund 45 Mitarbeitende direkt im Projekt integriert und ihnen Verantwortung übergeben, die wollten dann auch wissen, ob am neuen Ort alles funktioniert. Trotzdem gab es ein paar unerwartete Abgänge.
Eine Befürchtung war auch, dass bei den Anlagen technisch etwas nicht funktioniert. Das ist zum Glück nicht eingetroffen. Eine Herausforderung wird aber sein, die geplanten Mengen produzieren zu können. Von den Mitarbeitenden, die schichtweise in der Produktion arbeiten, wird weniger als die Hälfte umziehen. – Wir werden die Leute in der Region finden müssen.

Halba produziert die Hälfte der Menge für Drittkunden, davon gehen zwei Drittel in den Export. Ist das ausbaufähig?

Ja, im Export haben wir gute Chancen, nachhaltige Sortimente sind sehr gefragt. Im Bio- und Fairtrade-Bereich können wir wachsen, weil wir uns gegenüber den Markenherstellern differenzieren können. Auch den B2B-Teil wollen wir ausbauen.

Ohne eigene Marke sind sie aber auch den Preiskämpfen etwa im deutschen Markt stärker ausgesetzt.

Diesem Preiskampf sind alle ausgesetzt. Aber ja, Kosten sparen zu können auf der Produktionsseite ist auch ein Grund dafür, dass wir die ganze Produktion hier in Pratteln zentralisiert haben.

Welche Synergien ergeben sich in Pratteln aus Ihrer Sicht?

Es gibt Synergien, die man von Anfang an kannte und einplante: Nur noch eine gemeinsame Technik, eine gemeinsame Logistik, vor allem die Logistik war in
Wallisellen und Hinwil sehr personalintensiv. Dazu kommt, dass wir eine zentrale Informatik haben, die vom Hauptsitz in Basel gesteuert wird. Wir haben das
SAP-System mit einem eigenen Produktionssystem drin, in das Halba schon eingebunden ist, anderer Coop-Produktions­firmen noch nicht. Aber auch mit dem Qualitätslabor gibt es neue Synergien, weil da viel Know-How unter dem gleichen Dach vorhanden ist.