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Innovatives Proteinprodukt

Mine Uran, früher F&E-Chefin für Protein bei Nestlé, und Majbritt Byskov-Bridges, Ökonomin, haben gemeinsam den Start-Up Alver gegründet, der Lebensmittel auf der Basis von Golden Chlorella entwickelt und produziert.

von Francoyse Krier

Mine Uran, CEO des Start-Ups Alver Golden Chlorella (rechts) mit der Kommunikationsverantwortlichen Nina Müller.
Frische Pasta mit 18 Prozent Protein.

Golden Chlorella ist eine natürliche Proteinquelle, die von einer Mikroalge stammt. Die Mission der beiden Frauen ist, den Konsumenten eine gesunde Ernährung zu ermöglichen, die auch gut für die Umwelt sei, wie Mine Uran im Gespräch mit alimenta sagt. Die Mikroalge Golden Chlorella verbraucht 40 Mal weniger Ressourcen für die Proteinproduktion als ein Rind, braucht viel weniger Wasser und produziert viel weniger C02. Sie hat eine gelbe Farbe, ist aber neutral im Geschmack. Chlorella wird im Wasser ohne Licht kultiviert, fermentiert und kann alltäglichen Gerichten beigemischt werden. Mit dem Produkt gewannen die beiden schon verschiedene Innovationspreise. 2016 starteten sie ein Crowdfunding, das sie sehr erfolgreich abschliessen konnten und ihnen das nötige Geld einbrachte.

Ein Kaffeelöffel Alver-Pulver enthält gleich viel Protein wie ein Ei, dazu Aminosäuren. Das Pulver kann gut in Joghurts, Müesli, Smoothies oder auch in Suppen gerührt werden. Man arbeite derzeit auch an Saucen, Suppen und aromatisierten Pulvern und an Trockenteigwaren, sagt Mine Uran. Manor Cornavin in Genf verkauft bereits frische Pasta mit 18 Prozent Protein, Suppen und Smoothies, die bald in weiteren Manor-Filialen angeboten werden sollen. Daneben werden die Produkte in Apotheken und auf dem eigenen Online-Shop verkauft.

Die Golden Chlorella-Mikroalgen wachsen in einer Zuckerwasserlösung, stabilisiert mit einer Zugabe von Vitamin E. Dies geschieht derzeit noch in Kalifornien, Mine Uran ist aber auf der Suche nach einem geeignetem Ort, um in der Schweiz zu produzieren. Für die Entwicklung der Produktion in der Schweiz arbeitet sie auch mit verschiedenen Universitäten zusammen. Die aktuelle Produktionsmenge von einer Tonne soll 2018 auf 5 Tonnen ausgedehnt werden.