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Kluge Köpfe zusammenbringen

Der Technologiekonzern Bühler will seinen Campus Cubic in Uzwil bald eröffnen. Dort sollen kluge Köpfe Innovationen vorantreiben. Dafür investiert das Unternehmen viel Geld.

von Hans Peter Schneider

Im neuen Innovationszentrum von Bühler in Uzwil wird die Pastaherstellung getestet. (Bild hps)

«Wir wollen neue Geschäftsmodelle und nicht einfach nur neue Technologien», sagt Ian Roberts. Und mit den neuen Modellen suche das Unternehmen auch gleich die Führerschaft, sagt der Cheftechnologe von Bühler. Um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, sucht Bühler die Zusammenarbeit mit Konsumgüter-Herstellern wie Nestlé, aber auch mit BtoB-Herstellern wie Givaudan oder Barry Callebaut. Aber auch mit der Wissenschaft. «Wir brauchen die klügsten Köpfe», sagte Bühler-CEO Stefan Scheiber an der Bilanzmedienkonferenz Anfang Februar in Uzwil. Um solche anzuziehen, baut Bühler am Hauptsitz in Uzwil den Innovationscampus Cubic (siehe Kasten: «Cubic bald eröffnet»).

Bühler bleibt aber Technologiehersteller für die Food-Industrie, wie Scheiber betonte. Absichten, Lebensmittel für den Endverbraucher herzustellen, gebe es nicht und Projekte zusammen mit Foodherstellern seien nur periodisch geplant. Bühler gehe es bei den Anlagen für die Nahrungsmittelverarbeitung darum, die Rohstoffe kostengünstiger, mit grösserer Ausbeute und mehr Nährstoffen verarbeiten zu können, sagte Scheiber. Im stärksten Segment der Getreidemühlen sind die neuesten Anlagen günstiger, schneller installiert und energieeffizienter als frühere Modelle. Dabei sieht sich Bühler nicht nur mit in der Verantwortung, die zehn Milliarden Menschen zu ernähren, die im Jahr 2050 auf der Erde leben dürften. Scheiber sagte, man versuche, mit Innovationen auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten: Senkung von Emissionen, Wasser- und Energieverbrauch, Abfall soll reduziert, Ressourcen sollen geschont, die Mobilität in neue Bahnen gelenkt werden.

Umsatzsprung

Bühler hat 2018 einen Umsatzsprung von 22 Pro­zent auf 3,3 Mrd. Franken gemacht. Dieses Wachstum entstand organisch, aber auch akquisitorisch, etwa mit der Übernahme des Waffelmaschinenherstellers Haas. Zusammen mit einzelnen Bühler-Segmenten, etwa mit der vor mehr als zehn Jahren übernommenen G.W. Barth AG, kann Bühler den Kunden zur Schokoladenherstellung alles aus einer Hand anbieten. Haas hat 1700 Mitarbeitende in die Bühler-Gruppe eingebracht, die mittlerweile über 13 000 Beschäftigte hat. Germar Wacker, CEO von Haas und heute CEO der neu gegründeten Bühler-Division «Consumer Foods», betonte, die Kunden hätten positiv auf die Fusion reagiert.