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Kuhfleisch-Import wegen Hochleistungs-Milchrassen

Dr. Hansuli Huber, Geschäftsführer Fachbereiche des Schweizer Tierschutz (STS) kommentiert die Meldung von McDonald‘s über die Notwendigkeit, Kuhfleisch zu importieren.

von sts/gb

Dr. ing. agr. Hansuli Huber, Geschäftsführer Fachbereiche des STS

Die Amerikanisierung der Viehzucht mittels einseitiger Milch-Hochleistungsrassen zwingt zu hohen Kraftfutterimporten und ist mitverantwortlich für die Milch-Überproduktion und damit den brutalen Zusammenbruch des Milchpreises. Da diese Kühe kaum Fleisch ansetzen, sind sie vom Metzger wenig begehrt. Das führt dazu, dass die Bauern völlig am Tropf der knallhart kalkulierenden Milchverarbeitungsbranche hängen und das Fleischgewerbe jährlich immer mehr Kuhfleisch importiert.

Dass zu derartig widernatürlichen Höchstleistungen gezwungene Tiere nur mehr wenig Abwehrkräfte besitzen und deshalb oftmals eine labile Gesundheit haben und unter leistungszuchtbedingten Krankheiten leiden müssen, ist leider eine traurige Tatsache, die aber die Hochleistungsfetischisten nicht weiter kümmert. Kein Zweifel, dieser Irrweg der Viehzucht lässt viele Verlierer zurück!

Eine skandalöse Rolle spielt dabei der Bund. Würde er nämlich Artikel 141 des Landwirtschaftsgesetzes ernst nehmen und vollziehen, dürfte er grosse Teile der einheimischen Viehzucht schon lange nicht mehr subventionieren! Denn eine staatliche Zuchtförderung ist nur zulässig, wenn die Tiere/Rassen den natürlichen Verhältnissen des Landes angepasst, gesund und widerstandsfähig sind und eine auf den Markt ausgerichtete Erzeugung viehwirtschaftlicher Produkte ermöglichen.