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Mobile Schnellmethode für Rest-Haltbarkeit

Das Fraunhofer-Institut entwickelt eine zerstörungsfreie Messmethode für eine schnelle Qualitätsbewertung und Haltbarkeitsabschätzung von ausgewählten Lebensmitteln.

von gb/pd

Schon im 2012 entwickelte das IVV ein Smartphone-taugliches NIR-Spektrometer für die berührungs- und zerstörungsfreie Sekundenmessung, das damals aber die Gehalte an Wasser, Fett und Protein erfassen konnte.

Das Fraunhofer IVV-Institut ist Mitglied im Netzwerk «Wir retten Lebensmittel», einer Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Es hat im 2017 ein Projekt gestartet zur Entwicklung einer zerstörungsfreien Messmethode für eine schnelle Qualitätsbewertung und Haltbarkeitsabschätzung von ausgewählten Lebensmitteln. Dabei soll die auf Nahinfrarotspektroskopie (NIR) basierende Methode auf kompakte sowie kostengünstige Food-Scanner übertragen werden.

Bis zum Projektende in 2019 wird angestrebt, wesentliche Qualitätsveränderungen und deren Auswirkung auf die Haltbarkeit von Hackfleisch und Tomaten schnell und einfach erfassen sowie bewerten zu können. Dies soll Akteuren entlang der Wertschöpfungskette (Erzeuger, Verarbeiter, Handel, Verbraucher) ermöglichen, Verluste zum Beispiel durch rechtzeitige alternative Verwertungswege oder Preisreduzierung zu reduzieren.

Die Methode dient zur Messung der Qualität und Haltbarkeit von abgepackten Lebensmitteln und soll Händlern und Konsumenten eine bessere Orientierung erlauben, zu welchem Zeitpunkt genau ein Lebensmittel noch verzehrsfähig ist. Hintergrund: Rund 60% der Verluste entstehen am Ende der Wertschöpfungskette an – im Handel und beim Verbraucher. Häufige Ursachen sind ein Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums und die fehlende Möglichkeit, den aktuellen Qualitätszustand und die tatsächlich verbleibende Haltbarkeit schnell zu bewerten.

Nach erfolgreicher Implementierung wird die Übertragbarkeit auf weitere Lebensmittel geprüft. Im Anschluss werden die entwickelten Modelle in einen mobilen und kostengünstigen Food-Scanner umgesetzt. Finanziert wird das Projekt durch das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF). Projektpartner sind: Technische Hochschule Deggendorf, Technologie Campus Grafenau, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung. Weitere Infos: www.ivv.fraunhofer.de, Ansprechpartner: Dr.-Ing. Peter Muranyi, Tel. +49 8161 491-629, peter.muranyi@ivv.fraunhofer.de