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Nestlé: 125 Jahre Werk Konolfingen

Von der Kondensmilch über die Stalden-Crème bis zur Babymilch. Nestlé feiert den 125. Geburtstag seines grössten Standorts.

von pd

Milchanlieferung bei der Berneralpen Milchgesellschaft um 1916. (Bilder:zvg)
Werbung für die legendäre Stalden-Crème um 1960...
...und 2017.
Milchlabor der BAMG um 1930 – Blick ins Kompetenzzentrum...
...und heute. (Photo Credits: @Archives Historiques Nestlé/Museum alter Bären)

Um haltbare Milch herzustellen gründete der Hotelier Cäsar Ritz 1892 die Berneralpen Milchgesellschaft. Die Fabrik baute er im heutigen Konolfingen, einer Gegend mit zahlreichen Milchbauern. 1971 wurde die Fabrik Teil von Nestlé, 1974 entstand ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, das heutige Nestlé Research Konolfingen. Mit 1000 Beschäftigten ist Konolfingen heute Nestlés grösster Standort in der Schweiz, stellt dort Säuglingsnahrung, klinische Gesundheitsnahrung, probiotische Nahrungssubstanzen und Milch-Desserts her und entwickelt neue Produkte und Prozesse für Nestlé weltweit. 98% der Produktion gehen in den Export.

Wenn heute weltweit 1 Million Kleinkinder pro Tag mit Produkten aus Konolfingen ernährt werden, hat das einerseits mit Henri Nestlé zu tun. Vor 150 Jahren erfand der Gründer von Nestlé mit dem Kindermehl ein innovatives Produkt, das am Anfang der langen Tradition des Unternehmens in der Produktion von Kindernahrung stand. Es geht aber auch zurück auf den innovativen Hotelier Cäsar Ritz. Für seine Hotels in Cannes und Biarritz brauchte er lager- und transportfähige Milch, dazu gründete er 1892 die Berneralpen Milchgesellschaft. Die Fabrik zur Herstellung pasteurisierter Milch baute er in Stalden, im heutigen Konolfingen, auf der grünen Wiese; das Dorf entstand danach rund um die Fabrik. 1895 kam das spätere Hauptprodukt Kondensmilch erstmals in Dosen auf den Markt. Drei Jahre nach der Gründung konnten dank der Bahn die ersten Dosen nach England exportiert werden. Damit begann der Export, denn die sterilisierte Milch, war vor allem auch in tropischen Gebieten sehr gefragt.