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Nestlé verkauft Alete und Milasan

Nestlé verkauft per 1. Januar die beiden Babynahrung-Marken Alete und Milasan.

von Alimenta Import

Käufer der Marken und des dazugehörigen Werks in Weiding ist ein Konsortium aus der Stuttgarter Beteiligungsgesellschaft BWK und dem Privatinvestor Horst Jostock, der für die operative Führung verantwortlich sein wird. Nicht enthalten in dem Verkaufspaket ist jedoch das Alete-Werk in Biessenhofen im Allgäu. Künftig wollen sich die Schweizer in ihrem Geschäft mit Säuglingsnahrung in Deutschland und Österreich auf die Marke Beba fokussieren.
In einer Mitteilung versichert Nestlé, den neuen Eigner „bewusst ausgewählt“ zu haben. Ziel sei es gewesen, „die Zukunft der Marken sowie die Fortführung von Arbeitsverhältnissen im Werk Weiding sicherzustellen“. Dafür übernehmen die Schweizer auch umfangreiche Garantien. „Nestlé wird mit garantierten Exportvolumina, Copacking, IT-Unterstützung und einer gemeinsamen Nutzung des Nestlé Aussendienstes den Übergang begleiten“, versichert Jostock und kündigt zudem eine Expansion an. „In beide Marken wollen und werden wir investieren und so neue Segmente und Märkte erschliessen“, so der Privatinvestor.
Die neuen Besitzer der beiden Nestlé-Marken haben bereits Erfahrungen im Babynahrungsgeschäft. 2008 kaufte sich die Beteiligungsgesellschaft BWK bei dem auf biologische Babykost spezialisierten Hersteller Sunval ein. Jedoch reichten die Stuttgarter das Unternehmen bereits vier Jahre später an die DMK Deutsches Milchkontor GmbH weiter. Wie in der Private-Equity-Branche üblich dürften auch Alete und Milasan in vier bis sieben Jahren erneut den Besitzer wechseln.
Die beiden Nestlé-Marken Alete und Milasan waren zuletzt insbesondere durch den starken Wettbewerb mit den Konkurrenten Milupa/Danone und dem Familienunternehmen Hipp unter Druck geraten. Unternehmer Claus Hipp hatte bereits frühzeitig auf ökologischen Anbau gesetzt. Die damit verbundenen Preiserhöhungen hatten der Nestlé-Marke Alete zwar zunächst in die Karten gespielt, langfristig hat Hipp den Schweizern damit jedoch Marktanteile abgejagt. LZ