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Neue Impulse im Kaffeemarkt

Der Trend zu Premium-Kaffee hält an. Das zeigte ein kreatives Gipfeltreffen, zu dem der Schweizer Küchen-, Sanitär- und Kaffeemaschinenbauer Franke Ende August einlud.

von Manuel Fischer

Küchenprofis am Werk. (Bilder: zvg)
Am Think-Next-Anlass holten sich der Lifestyletechnik-Konzern Franke und seine Geschäftspartner Inspirationen von Designern, Foodbloggerinnen, Gastronomen, Baristi und Küchenbauern.

Am letzten Donnerstag im August besuchten über 500 Gäste den Grossanlass «Think Next by Franke» am Hauptsitz des Küchen- und Sanitärtechnik-Konzerns in Aarburg. Das Publikum bestand aus einer illustren Schar von Unternehmern, Designern, Foodbloggerinnen, Konzeptgastronomen, Baristi, Küchenbauern, zahlreicher weiterer Kunden und Partnern sowie der Fachpresse.

Das Publikum bestand aus einer illustren Schar von Unternehmern, Gastronomen, Baristi, Küchenbauern und vieler weiterer Kunden und Partnern sowie der Fachpresse. Lifestyle-Vordenker, Designer und Foodblogger äusserten sich zu den wandelnden Bedürfnissen des modernen Menschen, der möglichst viel Komfort und Technik an seine Sehnsucht nach «zurück zur Natur und zum Echten» koppeln möchte. Mit dem ersten Grossanlass dieser Art rührte Franke gleich mit der grossen Kelle an. Der italienische Architekt und Designer Matteo Thun erläuterte sein Verhältnis zur natürlichen Umwelt in der Form von gepflanzten Bäumen, Holz und Steinen in der Architektur. Claus Meyer Nielsen, der in Dänemark bekannte Fernsehkoch und Mitinhaber des renommierten Restaurants Noma in Kopenhagen sprach zur neuen nordischen Küche. Aufgetischte Gerichte widerspiegeln die Jahreszeiten; verwendete Produkte sollen ihre Qualität dem Klima, der Landschaft und Gewässern verdanken.

Der Barista als Impulsgeber

Alternierend zu Plenumsveranstaltungen bot der Anlass auch Vertiefungsseminare an, beispielsweise zum Thema Kaffee. Hier vermittelten Shem Leupin, ehemaliger Schweizer Barista-Meister und Thomas-Patrick Meier, CEO der Sparte Franke Coffee Systems, ihre Einschätzungen zur weiteren Entwicklung im hochpreisigen Kaffeezubereitungsmarkt. Franke bietet ein umfassendes Angebot an (meist vollautomatischen) Kaffeemaschinen für die Kaffeezubereitung ausser Haus an. Thomas Meier sieht keinen Widerspruch zwischen dem Anspruch handwerklich begabter Baristi und Kaffeeröster, bei der Kaffeezubereitung neue Trends zu setzen und dem Kaffeegeschäft fürs breite Publikum: «Die-Barista-Szene ist in vielen Fällen Vorreiter und Impulsgeber für die kommenden Trends. Deswegen ist es für uns bei Franke als innovatives Unternehmen zentral, die Nase im Wind zu haben und diese Entwicklungen genau zu beobachten und zu studieren. Die Milch-Kaffee-Mischgetränke sind aus der Barista-Szene hinaus in die Welt getragen worden und heute bieten viele Kaffeevollautomaten diese Funktionen in den Menus an.»

Premium-Kaffee wird wichtiger

Meier präsentierte am so genannten «Coffee-Trend-Lab» Zahlen zur globalen Konsumnachfrage nach Kaffee. So hat sich der globale Output gerösteten Kaffees von 1960 bis 2017 verdreifacht. Zwar seien mit steigendem Wohlstand mehr Menschen zu Kaffeetrinkern geworden. «Doch die Leute trinken pro Tag oder Jahr mengenmässig nicht mehr Kaffeetassen», so Meier. Unterschiedliche geschäftliche Opportunitäten ergeben sich für die Kaffeemaschinenbauer je nach Kaffeekultur in einem Land: In Italien trinkt man den Espresso an der Bar, in Japan und den USA ist der Unterwegs-Konsum von Kaffeespezialitäten weit verbreitet.
Zu Diskussionen Anlass gab der jüngst getätigte Kauf der US-Kaffeekette «Blue Bottle» durch Nestlé. Ein Zeichen, dass sich der Trend zu Premium-Kaffee verstetige, meinten beide Experten. Für Kaffeemaschinenbauer wie Franke ist überdies die Digitalisierung der Vollautomaten das ganz grosse Thema, wie Thomas Meier erläutert: «Der Gastronom erhält jeden Tag einen Bericht mit den genauen Bezugs- und Verbrauchsdaten seiner Kaffeemaschine. Zudem sagt ihm die Maschine, wie er sich vorbeugend verhalten soll, um Reparaturkosten möglichst zu vermeiden.»

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