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Preissturz für Schlachtkühe

Weil wegen der gravierenden Trockenheit Futter fehlt, lassen die Bauern vermehrt ihre Kühe schlachten. Der Preis für Schlachtkühe ist bereits stark gesunken.

Ende Juli legte die Branchenorganisation Proviande noch einen Richtpreis von 8.20 Franken pro Kilogramm Schlachtgewicht für Verarbeitungskühe fest. Bis zum Abend des 3. Augusts wurden dann aber so viele Tiere für die Schlachtung angemeldet, dass die Coop-Tochter Bell am Montag, 6. August bekanntgab, nur noch 7 Franken zu bezahlen. Das Angebot sei in der laufenden Woche etwa doppelt so gross wie normalerweise in dieser Jahreszeit, sagte ein Bell-Sprecher gegenüber dem «Schweizer Bauer». Die Zerlegerei werde auch am Samstag in Betrieb sein, die Angestellten würden Überstunden leisten müssen.

Dazu kommt, dass im August weitere 800 Tonnen Kuhhälften importiert werden, aufgrund eines Entscheides, den der Proviande-Verwaltungsrat auch Ende Juli getroffen hatte. Proviande-VR-Präsident Markus Zemp sagte gegenüber der Luzerner Zeitung, man habe vor zwei Wochen nicht absehen können, dass sich die Situation so zuspitzen werde. Möglicherweise könne man Rindfleisch tiefgekühlt einlagern, damit der Preis nicht noch tiefer sinke.

Der Schweizerische Bauernverband verlangt allerdings, dass in der jetzigen Marktsituation gar kein zusätzliches Kuhfleisch importiert wird. Dass einzelne Akteure wie Bell oder Lucarna Macana statt 8.20 Franken nur noch 7 Franken bezahlten, sei «absolut unhaltbar», sagte Martin Rufer vom Bauernverband in der Luzerner Zeitung. Micarna erklärt, weiterhin den Proviande-Richtpreis zu bezahlen. Auf der Webseite von Proviande sind aber für Verarbeitungskühe derzeit keine Preise mehr angegeben. Die Preise sollen an einer ausserordentlichen Verwaltungsratssitzung vom 10. August festgelegt werden.