Datum: Branche:

Skaleneffekte oder Herzblut?

Wenn Waren in grossen Mengen hergestellt werden können sinken die Stückzahlkosten. Diese Fakten lernt jeder Betriebswirtschafter in der ersten Lektion. Die Milchproduktion scheint eigene Gesetze zu haben.

von Hans Peter Schneider

Nischen, in denen kleinere, gewerbliche Lebensmittelhersteller ihren Markt finden, die gibt es. Oft heissen diese: Region/Herkunft, Handwerk und selbstverständlich Qualität mit Geschmack und Frische der Produkte. Im Backwarenmarkt bewegen sich auch Discounter in diesen Nischen. Auf Nischen zu setzen, bleibt für viele gewerbliche Bäcker der einzige gangbare Weg. Den Weg, mit Skaleneffekten Produkte herzustellen, können sie meistens nicht beschreiten.

Anders in der Milchproduktion. Dort ist es gerade umgekehrt. Viele Betriebsleiter mit grossen Milchviehherden und eigentlich hohem Skaleneffekt-Potenzial entscheiden sich zur Aufgabe. Die Formel: hohe Menge = hohe Produktionskosten scheint sich dort teilweise zu bewahrheiten. Doch halt: Die Präferenzen der Betriebsleiter spielen selbstverständlich auch eine Rolle. Derjenige, der am meisten Herzblut für die Kühe aufbringt, bleibt den Molkereien am längsten erhalten. Dies ist auch im Lebensmittelgewerbe so. Der beste Tüftler mit der grössten Neigung zum Detail, mit Herzblut für sein Handwerk, kreiert die authentischsten und geschmacksvollsten Produkte. Zum Beispiel der neue «Bäckerkronen»-Träger.