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Swissmilk Green: Kritik vom WWF und Konsumentenschutz

Für die Umweltschutzorganisation WWF ist der neue Branchenstandard für nachhaltige Milch ein Schritt in die richtige Richtung, geht aber zu wenig weit. Der Konsumentenschutz spricht von einem «überflüssigen» Milchlabel.

von pd/mos

Das neue Label «Swissmil Green» stösst nicht auf ungeteilte Freude. (Bild mos)

Feierlich hat die Brancheorganisation Milch (BOM) am Dienstag eine Charta für nachhaltige Milch und das zugehörige Logo «swissmilk green» vorgestellt.

Der Branchenstandard ist aus Sicht der Umweltschutzorganisation WWF zwar ein Schritt in die richtige Richtung, wie der WWF in einer Mitteilung schreibt. Allerdings müsste dieser «viel ambitionierter daherkommen, um die Auszeichnung „green“ zu verdienen», heisst es weiter.

Die Schweizer Milchproduzenten und Milchproduzentinnnen würden mit dem neuen Branchenstandard nur die heutigen Gesetze und die Vorgaben zum Erhalt der Direktzahlungen einhalten, schreibt der WWF. Zwar bringe die Charta einen kleinen Schritt in Richtung Verbesserung des Tierwohls. Der Branchenstandard leiste jedoch keinen Beitrag zur Reduktion der Nährstoffeinträge, der Ammoniakbelastung oder des hohen Kraftfutterverbrauchs.

«Mehrwert, der nicht vorhanden ist»

Für «nicht überzeugend» hält der Schweizer Konsumentenschutz die Charta, wie die Stiftung in einer Mitteilung schreibt. Das Label «Swissmilk green» sei eine überflüssige Kennzeichnung, da sie den Konsumentinnen und Konsumenten einen Mehrwert verspreche, der nicht vorhanden sei. Die Anforderungen an die «Swissmilk green» gingen kaum über die gesetzlichen Standards hinaus, kritisiert der Konsumentenschutz. Zwar verspreche die Milchbranche, den Standard weiterzuentwickeln – doch es werde vermutlich Jahre dauern, bis «überfällige Vorgaben» eingehalten werden müssten, etwa der Verzicht auf Kraftfutter oder präventiven Antibiotikaeinsatz.

«Angesichts des Inhalts, der Aufmachung und der bereits bestehenden unüberschaubaren Labelvielfalt bei Milchprodukten ist auch dieses Label absolut überflüssig und bietet den Konsumentinnen und Konsumenten keinen Mehwert», wird Geschäftsführerin Sara Stalder in der Mitteilung zitiert.

Bürgerliches Konsumentenforum mit an Bord

Während die Stiftung für Konsumentenschutz das neue Label äusserst kritisch sieht, steht das bürgerliche Konsumentenforum hinter der Charta. Zu den Unterzeichnern gehört auch der Schweizer Tierschutz.

 

Einen ausführlichen Artikel zum neuen Branchenstandard finden Sie in der nächsten alimenta vom 28. August. Dort lesen SIe auch, wie die BO Milch auf die Kritik reagiert.