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Coop: Leichte Gewinnerhöhung im Corona-Jahr

Bei Coop sank der Umsatz im letzten Jahr um 1,6 Prozent auf 30,2 Milliarden Franken. Der Gewinn stieg um 1,5 Prozent auf 539 Millionen Franken.

von wy

Coop litt im Krisenjahr 2020 mit der Tochter Transgourmet unter den Schliessungen in der Gastronomie, konnte aber im Detailhandel zulegen. Insbesondere in den Supermärkten konnte Coop wachsen, der Umsatz stieg dort um 14,3 Prozent auf 12 Mrd. Franken. Insgesamt stieg der Detailhandelsumsatz um 6,3 Prozent auf 19,2 Mrd. Franken.
Es habe sich gelohnt, dass Coop in den letzten Jahren das Kerngeschäft gepuscht und in die Läden, in das Sortiment, in die Mitarbeiter und die Logistik investiert habe, sagte Coop-CEO Joos Sutter an einer Online-Medienkonferenz. Die Tatsache, dass Coop über ein dichtes Verkaufsnetz mit 940 Läden verfüge, habe sicher geholfen. In der Pandemie hätten die Kundinnen und Kunden auch lieber in kleineren Läden eingekauft als in Supermärkten.
Ein Sechstel weniger Umsatz bei Transgourmet
Verluste musste Coop im Grosshandel hinnehmen. Bei der Tochter Transgourmet, die in ganz Europa tätig ist, sank der Umsatz um 16,7 Prozent auf 8,1 Mrd. Franken. Die Coop-Produktionsbetriebe – darunter der Fleischverarbeiter Bell oder der Schokoladenhersteller Halba – konnten teilweise von den höheren Verkäufen im Detailhandel profitieren und erhöhten den Umsatz um 0,9 Prozent auf 4,9 Mrd. Franken.
Coop bleibe beim Thema Nachhaltigkeit die klare Nummer Eins, sagte Sutter. Der Umsatz mit nachhaltigen Produkten wuchs um 15,8 Prozent auf 5,4 Milliarden Franken. Bei der Nachhaltigkeit habe man über 2000 Produkte neu ins Sortiment aufgenommen und habe nun 12’900 Artikel. Bei den Bioprodukten wuchs der Umsatz um 210 Millionen auf über 2 Mrd. Franken.
Ausgebaut hat Coop aber auch das Tiefpreissegment. Das Prix-Garantie-Sortiment wurde um über 420 Artikel ausgebaut und umfasst inzwischen 1300 Produkte. Und man habe bei tausend Artikeln im Jahr 2020 die Preise im Umfang von insgesamt 145 Millionen Franken reduziert, sagte Sutter.
In der Corona-Pandemie stark gewachsen ist der Online-Supermarkt coop.ch, die neue Omnichannel-Plattform, in die coop@home und mondovino integriert wurden. Dieser verzeichnete ein Wachstum von 45,5 Prozent und gewann Marktanteile. Der gesamte Umsatzanteil von coop.ch beträgt 2,6 Mrd. Franken.
«Sehr viele» rechnen über Markant ab
Coop war im letzten Jahr in den Schlagzeilen wegen der neuen Zusammenarbeit mit dem Abrechnungsdienstleister Markant. Verschiedene Schweizer Detailhändler sind aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit Markant Gegenstand einer Untersuchung durch die Wettbewerbskommission, bei Coop führt die Weko nur eine Vorabklärung durch. Von Lieferanten ist zu vernehmen, dass Coop Druck gemacht habe, neu auch die Lieferungen an Coop über Markant abzurechnen.
Von alimenta darauf angesprochen, blieb Sutter vage: Man habe nur diejenigen Lieferanten kontaktiert, die zumeist bereits seit Jahren über Markant abrechnen. Zum Geschäftsmodell von Markant, das von den Lieferanten Gebühren von 2 bis 5 Prozent einzieht und den Kunden Kickback-Zahlungen bietet, wollte sich Sutter nicht äussern. Es sei aber so, dass «sehr viele Lieferanten mittlerweile über Markant abrechnen».