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Aarau ist das neue Käse-Mekka

Der Einstand ist gelungen: Die B2B-Messe CheeseAffair in Aarau zeigte die bunte Vielfalt der Schweizer Käsesorten und lockte zahlreiche Einkäuferinnen und Einkäufer an.

Die Branche folgte dem Ruf nach Aarau: Die Käsehandelsmesse CheeseAffair, die am 29. und 30. Januar in der Alten Reithalle in Aarau stattfand, wird von den Veranstaltern als Erfolg verzeichnet. 85 Aussteller wurden verzeichnet, 630 Besucherinnen und Besucher. Anders als an einer Anuga in Köln, wo sich die grossen Sorten und Händler präsentieren, waren es hier die Spezialitätenkäsereien, die ihre Produkte dem Grosshandel, dem Detailhandel, aber auch Gastronomen vorstellten.
Die meisten Aussteller zogen bereits am ersten Tag eine positive Bilanz. Einkäufer aller wichtigen Schweizer Detailhändler waren dem Vernehmen nach vor Ort. Auf Einladung der Organisatoren waren auch Vertreter von rund 20 deutsche und französische Grosshändler in Aarau, etwa von Jäckle, Vallée Verte, Caduff oder Grand Frais.
Käse in Grau und Schwarz
Die Emmi-Tochter Baumann zeigte den Urstei und den Kolo, zwei Käse aus der PurCrü-Käserei in Schüpfheim. Der Urstei ist ein Rohmilch-Halbhartkäse mit grauem Naturschimmel, den es als milde und rezente Variante gibt. Der Kolo ist ebenfalls ein Rohmilch-Halbhartkäse, dessen Oberfläche mit Kohle behandelt wird. «Kolo» ist ein altgermanisches Wort für Kohle, damit wird ein Bezug hergestellt zur Köhlerei, die im entlebuchischen Rohmoos immer noch praktiziert wird.
Bei Petra und Franz Scheuber von der Fläcke Chäsi gab es den Schafkäse mit Whisky zu degustieren, aber auch die Weltmeisterkäse Blüemli Chäs, Altes Schaf und Alte Geiss. Die beiden zeigten sich positiv überrascht über die CheeseAffair, am Montag vormittag waren auch schon die ersten Verkäufer aus dem Detailhandel vorbeigekommen.
Johann Eberle von der Käserei Muolen, teilweise auch mit dem veganen Lupighurt unterwegs, konzentrierte sich in Aarau auf sein Käsesortiment: den Nachtwächter, den Trüffelgold oder den Genussjäger, ein Rohmilch-Halbhartkäse, der in Südtirol im Natursteinbunker gereift wird.
Roland Rüegg von der Käserei Wildegg sagte, er habe keine Erwartungen gehabt und sei positiv überrascht über die Qualität der Besucher und die Stimmung in der Halle. Positiv tönte es auch bei der Käserei Güntensperger, Marketingleiter Rober Häne sagte, man sei «ohne Erwartungen hergekommen», habe aber bereits einen Abschluss machen können.
Fette Berta in gross
Die Käserei BonCas aus Bettlach stellte drei neue Käse vor: die bekannte Fette Berta als Brie, etwas grösser und gemäss BonCas-Inhaber Ueli Moser noch milchiger als das Original, den Tradition Nr. 1, vier Mal so lange gereift wie ein normaler Weichkäse und den Roten Knopf, ein rotgeschmierter Mini-Weichkäse für mehr Farbe auf der Käseplatte.
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Rundum positiv schätzte Sandro Renz, Verkaufsleiter bei Hardegger Käse AG, die CheeseAffair ein. Das Preis-Leistung-Verhältnis habe gestimmt, das Standkonzept mit den einheitlichen Grössen sei überzeugend. Man könne so mit relativ wenig Aufwand viel erreichen. Hardegger ist jeweils an der Anuga und an der Sial und trifft dort die ausländischen Einkäufer. Die Präsenz der Schweizer Einkäufer sei hoch gewesen. «Wir konnten in Aarau in zwei Tagen ein Dutzend Kunden treffen, mit denen wir uns sonst einzeln verabredet hätten.» Dazu komme, dass man nicht nur Branchenkollegen treffen könne, sondern auch Zulieferfirmen. Hardegger werde sich für das nächste Jahr wieder anmelden, auch der Termin Anfang Februar sei passend.
Zurückhaltend äusserte sich Marcel Ledergerber, Geschäftsführer der Bodensee Käse AG. Es habe sich in Aarau nicht viel ergeben, fand er. Die Bodensee Käse AG ist wie Hardegger stark im Export und jeweils auch an der Anuga vertreten.
Dominierend waren klar Deutschschweizer Aussteller, es gab aber auch ein paar Westschweizer, die Fromagerie des Franches-Montagnes, O'lait, Spielhofer, Mont Vully oder Moléson stellten aus. Aus dem Tessin waren Cetra Alimentari und die Schaukäserei Gottardo vertreten.
Käsepflege und -produktion
In Aarau stellten nicht nur Käseproduzenten und -händler aus, auch technische Zulieferer aus den Bereichen Anlagenbau, Logistik, Verpackung oder Hygiene waren vor Ort. Roger Benz, Geschäftsführer von Kaesaro, warb für seine Käsepflegesysteme, die sich flexibel auf verschiedene Formen und Grössen umrüsten lassen, um den Kundenvorlieben am Markt jederzeit entsprechen zu können. Auf Käsepflege spezialisiert ist auch die Leu Anlagenbau, ihre Pflegeroboter bei den Kunden haben alle einen Namen, die Service-Mitarbeitenden wissen so immer gleich, um welche Maschine es geht. Aber auch modulare Systeme sind im Angebot, die mit Umrüstung sowohl für das Ein- oder Auslagern von Käse als auch für die Pflege verwendet werden können.
Leu arbeitet auch mit der österreichischen Eberle Automatische Systeme zusammen. Christoph Muxel von Eberle erläuterte, wie mit Künstlicher Intelligenz nicht nur die Käselagerverwaltung optimiert werden kann, sondern auch, wie dank Kameras und Bilderkennung eine Qualitätssicherung auch in sehr grossen und hohen Käselagern gewährleistet wird.
Die Advanton-Gruppe mit den Töchtern Kalt Maschinenbau, Städler Automation und neu Eurotandem, setzt auf Automation in der Käseproduktion, als Antwort auf den Fachkräftemangel, aber auch zur Sicherstellung von Quantität und Qualität, wie CEO Thomas Fäh erklärte. Die Angebote gehen von automatisiertem Käsehandling für Grossbetriebe bis zu einfach zu bedienenden Steuerungen für kleinere Käsereien.
Bischof Anlagenbau sieht sich als Unterstützer und Begleiter für gewerbliche und industrielle Verarbeiter. Gemeinsam mit den Kunden plane man Produktionsanlagen und realisiere diese dann, erläuterte CEO Dominik Bosshart. Montage, Inbtriebnahme, Unterhalt und Service gehören ebenso dazu - mit Fernwartung zu jeder Tageszeit oder mit Hilfe vor Ort.
Zulieferer gab es auch unter den Besuchern. Alain Sugnaux von JNJ Automation SA, der Mutterfirma von Leu Anlagenbau, zeigte sich trotz Deutschschweizer Dominanz angetan von der CheeseAffair und Olivier Baecher vom Käsegestellbauer Agytec hielt Ausschau nach neuen Aufträgen. Das Unternehmen ist dank grossen Aufträgen stark gewachsen und möchte die Grösse nun halten.
Der Hammer»
Hansruedi Aggeler, Präsident der Schweizerischen Genossenschaft der Weich- und Halbhartkäsefabrikanten (SGWH) und Initiant der CheeseAffair, ist rundum zufrieden. Die Zahl von 630 Besuchenden töne vielleicht nach wenig, aber die Qualität sei «der Hammer» gewesen, sagt er. Alle wichtigen Einkäuferinnen und Einkäufer seien gekommen, von Coop und den verschiedenen Migros-Genossenschaften über Denner, Aldi, Lidl bis zu Volg und Spar sei alles vertreten gewesen. Gemäss dem Feedback der Aussteller sei auch der Termin Ende Januar perfekt zwischen Neujahr und Fasnacht, die Käsereien könnten so mit ihren Abnehmern das Herbstsortiment planen. Auch die Zulieferfirmen seien durchweg zufrieden, sagt Aggeler. Ihre Kundschaft, die Käsehersteller, war als Aussteller ohnehin präsent. Anpassungen werde man beim Rahmenprogramm machen, technische Themen hätten dort weniger Anklang gefunden als Vorträge rund um die Vermarktung, Food Trends und ähnliche Themen.
Die nächste CheeseAffair wird am 3. und 4. Februar 2025 stattfinden, interessierte Aussteller konnten bereits buchen. Braucht es nun jedes Jahr eine CheeseAffair? Die Frage sei berechtigt, sagt Aggeler. Die CheeseAffair müsse sich jetzt mal auf dem Messekalender etablieren, dann werde man weitersehen.

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