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Rulmeca erweitert die Schutzartspezifikation

Die Edelstahltrommelmotoren von Rulmeca weisen die doppelte IP66/IP69-Schutzstufe auf. Das ist mehr, als die DIN EN 60529 vorschreibt.

von *Andreas Flies

Die Schutzart IP 66/69plus bietet Schutz vor Hochdruckreinigern und Dampf­strahlern auch im laufenden Betrieb. (Bild: zvg)

Die wesentliche Grundlage für Hygiene wird durch die Konstruktion der Förderanlagen geschaffen. Sie sollen versiegelte, glatte, nicht absorbierende und leicht zu reinigende Lebensmittelkontaktflächen sowie einfach zu reinigende Konstruktionen ohne Schmutzecken und Toträume aufweisen. Edelstahltrommelmotoren haben sich für die Fördertechnik seit vielen Jahren in der Lebensmittelindustrie etabliert, weil sie anderen Antriebsarten hygienisch weit überlegen sind. Denn als All-in-one-Komponente integrieren sie Motor und Getriebe direkt in der Trommel, die man ohnehin für die Fördertechnik braucht. Bei der Konstruktion ist zudem zu berücksichtigen, dass Anlagen täglich wirksam und leicht gereinigt werden können. Höchste Sorgfalt ist nötig, damit selbst kleinste Schmutzreste entfernt werden, um (Kreuz-)Kontaminationen wirkungsvoll zu bekämpfen.

Doppelter Schutz auch im laufenden Betrieb

Ob eine Komponente die erforderliche Dichtheit gegen intensives Reinigen mit Dampf- und Hochdruckreinigern bietet, wird meist in IP-Schutzgraden angegeben. Wichtig ist, dass Motoren mit einem doppelten IP-Schutz ausgestattet sind, denn der hochwertiger wirkende IP69-Schutz beinhaltet nicht automatisch auch den IP66-Schutz. Die Edelstahltrommelmotoren von Rulmeca weisen genau diese doppelte IP66/69-Schutzstufe auf. Damit sind sie nachweislich geschützt gegen alle in der Lebensmittelindustrie gängigen Reinigungs- und Desinfektionsmittel inklusive der mikrobiologischen Reinigung mit Dampfstrahl- und Hochdruckreinigern.
Für Förderanlagen, die mit Cleaning-in-Place-Verfahren bei laufendem Motor gereinigt werden, um zum Beispiel die Zwischenräume von Kunststoffmodulbändern zu reinigen, müssten Trommelmotoren aber auch im laufenden Betrieb einen IP66/69-Schutz aufweisen! Um seinen Kunden vor unnötigen Risiken und Aufwenden zu schützen, hat Rulmeca seine Trommelmotoren deshalb als erstes Unternehmen der Branche auch im laufenden Betrieb getestet. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass die Motoren auch unter diesen Rahmenbedingungen einen zuverlässigen Schutz sowohl unter IP66- als auch unter IP69-Bedingungen bieten, den Rulmeca IP66/69plus nennt.

Problemlösung

Der kritische Punkt ist die Dichtung zwischen dem statischen Achszapfen und der drehenden Trommel. Im Vergleich zu Wettbewerbslösungen hat Rulmeca an dieser Stelle eine besonders dichte Lösung entwickelt. Wettbewerber verwenden oft eine gehärtete Laufbuchse, die auf den Achszapfen geklebt wird und mit einer Stahlscheibendichtung arbeitet. Rulmeca nutzt eine vergleichsweise einfacher gebaute Reibschlussdichtung aus hochwertigem PTFE. Im Dichtungsbereich ist der Achszapfen hierfür durch Rollieren oberflächenvergütet worden. Bei normalen gedrehten Dichtungen entstehen feinste Gewinderiefen, durch die Flüssigkeiten bei Rotation wandern können, wie ein Tonabnehmer über eine Schallplatte. Dieser Effekt tritt bei den Rulmeca-Trommelmotoren nicht auf und macht sie dadurch einzigartig sicher gegen das Ein- und Austreten von Flüssigkeiten und nochmals hygienischer.

*Der Autor ist Sales Manager Unit Handling, Rulmeca Germany, www.rulmeca.de