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Beste Biere gesucht

Der erste Swiss Beer Award wird Ende November verliehen. Ende September prüften 32 Bierexperten 217 Biere.

von Hans Peter Schneider

Es galt 217 Biere zu testen.
Die Helfer und Tester des ersten Swiss Beer Award.
Es galt 217 Biere zu testen.
Biersommelier Jens Reineke an der Arbeit.
Die Utensilien zum Bier testen. (Bilder: zvg)

Ist das Bieraroma schokoladig, brot- oder biskuitartig? Schmeckt der Hopfen bitter und gibt es fruchtige Ester­noten? Mit all diesen Fragen beschäftigten sich 32 Bierexperten, die die Aufgabe hatten, Schweizer Biere zu prüfen und aus diesen die besten zu erküren. Jeder Bierstil, sei es Keller-, Zwickel-, alkoholfreies, Amber oder ein helles Bier, ist im Reglement zum ersten Swiss Beer Award klar definiert. 41 Bierstile standen zur Auswahl. Der Vielfalt wurden keine Grenzen gesetzt, unter der «Sonderkategorie» konnten Biere eingesandt werden, welche sich nicht den vordefinierten Stilen zuordnen liessen. Total wurden 217 Biere aus ungefähr 50 Brauereien eingereicht.

Das Tüpfchen auf dem «i»

«Die 217 geprüften Biere haben alle eine reelle Chance, einen Award zu erhalten»

sagt SBV-Direktor Marcel Kreber. Die Experten seien angetan gewesen von der Qualität. International gibt es etliche Bierwettbewerbe, doch der Swiss Beer Award ist der einzige seiner Art, bei welchem nicht nur die sensorischen Eigenschaften des Bieres geprüft werden, sondern auch eine Labor­analyse gemacht wird. «Diese zusätzliche Kontrolle zeichnet unseren Wettbewerb aus», sagt Kreber. Dem SBV-Direktor geht es nicht nur darum, Publizität und ein gutes Image für Bier zu erreichen, sondern gleichermassen sollen auch die Brauereien unterstützt werden. Dazu wird etwa die Etikettierung des Bieres geprüft. Denn für die Verkehrstauglichkeit sei es wichtig, dass die Angaben auf der Etikette hundertprozentig stimmen. Mindesthaltbarkeitsdauer, Allergenkennzeichnung und selbstverständlich Alkoholgehalt sind Kriterien, welche auf der Etikette korrekt vermerkt werden müssen und vorgängig geprüft wurden. Ebenso wird das Bier bei der Analyse auf den pH-Wert, die Bittereinheiten und die Farbe untersucht. Dazu gehört auch die sogenannte «kleine Bieranalyse» mit Dichte, Stammwürze, Alkohol, Extrakt, Vergärungsgrad und Brennwertkontrolle. Die Analysen der Proben wurden im August gemacht – mit gutem Resultat, sagt Kreber.

 

Farbe, Schaum und Geruch

Ende September ging es an die Blindverkostung. An zwei Tagen beurteilten die Experten die Biere. Natürlich hätten die Juroren keine Rückschlüsse auf Biermarke oder Brauerei gehabt, sagt Kreber. Lediglich der Bierstil und allfällige Besonderheiten wurden mitgeteilt. Im Zentrum standen die sensorische Wahrnehmung und die objektive Beschreibung des Getränks. Dabei wurden alle Facetten betrachtet, insbesondere optisch die Farbe und der Schaum, aromatisch der direkte Geruch und die retronasale Aromawahrnehmung, geschmacklich, etwa die Bittere. Die Bierexperten seien von der Vielfalt und Qualität der Biere begeistert gewesen.

«Es scheint, als schickten uns die Brauereien ihre Paradebiere»

sagt Kreber. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass mit und unter diesen Bedingungen der erste Swiss Beer Award zum Erfolg werden wird.
hanspeter.schneider@rubmedia.ch