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Kleinröstereien im Aufwind

In der Weltrangliste des Kaffeekonsums liegt die Schweiz auf dem 11. Platz. Dass der Kaffeekonsum in den letzten Jahren stark angestiegen ist, ist auch Nespresso zu verdanken. Die Kleinröstereien profitieren davon.

von Anna Aznaour

Die Röstung des rohen Kaffees ist entscheidend für den Geschmack.
In ihrem Torpedo Coffee Institut lehrt Lucie Adisson Interessierte die Methoden des Kaffeeröstens.

Die Nespresso-Kapselmaschinen erlebten ab 2005 einen regelrechten Boom. Doch Nespresso hat die kleinen Röstereien im Land nicht verdrängt. Im Gegenteil, sagt François Trottet, der die 1947 gegründete Genfer Familienrösterei Trottet in dritter Generation führt. «Nespresso verdanken wir das grosse Interesse der Schweizer Konsumenten am Kaffee.» Und von diesem Interesse pro­fitieren auch artisanale Kleinröstereien, etwa Torpedo Coffee in Freiburg oder Bean2me in Genf.

Lucie Adisson hat ihre 2017 gegründete Rösterei Torpedo Coffee im ehemaligen Atelier des Freiburger Künstlers Jean Tinquely eingerichtet. Sie beobachtet einen Wandel in den Konsumgewohnheiten. Vor zehn Jahren hätten die Leute vor allem günstigen Kaffee verlangt, der immer gleich schmeckte. Seit etwa drei Jahren gebe es einen neuen Typ von Konsumenten: Junge Leute unter 30, die beim Kaffee nach ungewohnten Aromen und Abwechslung suchten und sich auch fürs Rösten interessierten. Darum bietet Adisson auch Röstkurse für Gastronomen, Kaffeepersonen und interessierte Laien an.

Auf grossen Anklang bei Genfer Firmen stösst der Service von Aurélien Gauffrenet. Zusammen mit zwei Freunden gründete er 2017 die Firma Bean2me, die einen Rundum-Service anbietet: handwerklich gerösteter Kaffee, die Kaffeemaschinen, um ihn zuzubereiten, und Kaffeegeschirr aus Porzellan und recyclierbarem Material. In etwas mehr als zwei Jahren hat die Firma mit ihrem Modell bereits 150 Geschäftskunden gewonnen.

Im Angebot sind sechs Kaffeesorten, die alle den Namen einer bestimmten Uhrzeit tragen: 7.53 Uhr, 10.16, 13.08, 16.37, 20.22 und 23.49  Uhr. «Unsere Kunden in der Industrie und Baubranche, die früh am Morgen zu arbeiten beginnen, schätzen unseren starken Kaffee 7.53 Uhr», erklärt Gauffrenet. Bank­angestellte und Büroleute würden eher den Kaffee 16.37 Uhr bevorzugen.

(Den ganzen Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von alimenta in französischer Sprache)