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Aldi will das Kükentöten abschaffen

Für Schaleneier von Aldi sollen in Deutschland keine männlichen Küken mehr sterben. Möglich machts die Geschlechtsbestimmung in den ersten Bruttagen im Ei.

von pd/mos

Aldi setzt auf die In-Ovo-Selektion, um männliche Küken gar nicht erst auszubrüten. (Symbolbild Pixabay)

Als erste Detailhändler in Deutschland wollen Aldi Süd und Aldi Nord nur noch Schaleneier «ohne Kükentöten» anbieten. Die Discounter setzen sich zum Ziel, bis 2022 deutschlandweit die gesamten Lieferketten für ihre Boden-, Freiland- und Bio-Eier umzustellen, wie sie in einer Mitteilung schreiben.

Dabei setzt Aldi auf die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung. Bei dieser Methode wird mit Hilfe eines genanalytischen Verfahrens durch ein winziges Loch im Ei das Geschlecht am neunten Bruttag bestimmt. Eier, aus denen männliche Küken entstehen würden, werden dann gar nicht mehr ausgebrütet. Damit wolle man dem «oft kritisierten» Kükentöten ein Ende bereiten, schreiben die beiden Discounter. Pro Jahr würden allein in Deutschland rund 45 Millionen männliche Küken in der Legehennenzucht getötet.

Für die Geschlechtsbestimmung arbeitet der Discounter mit dem Biotech-Unternehmen Planton zusammen. Aktuell arbeiteten die Entwickler unter Hochdruck daran, die bereits praxistaugliche Technologie zur Serienreife weiterzuentwickeln, um diese auch anderen Marktteilnehmern zur Verfügung stellen zu können, heisst es in der Mitteilung. Ab Ende 2020 sollen Aldi-Kunden die ersten Eier kaufen können, für deren Produktion die neue Methode zum Einsatz kommt.