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Givaudan spürt nach Ende von Lockdown-Massnahmen eine Erholung

Der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan spürt mit dem Ende der Lockdown-Massnahmen zumindest in Teilen des Geschäfts eine Erholung. So verbessert sich allmählich die Lage in den USA, während in Europa noch kaum eine Veränderung zu erkennen ist, wie Givaudan-Chef Gilles Andrier im Interview mit AWP erklärte.

von awp

(Bild zvg)

Da das Ende des Lockdowns und die Wiedereröffnung der Geschäfte noch nicht lange her sei, hätten sich bisher auch keine positiven Auswirkungen auf den Umsatz bemerkbar gemacht, sagte Andrier weiter. In den USA zeichne sich aber bereits eine klare Verbesserung bei den Verkäufen von Luxusparfümen ab.

Insgesamt zeigt sich Andrier zuversichtlich, dass sich das Geschäft weiter entspannen wird. Auch wenn er nicht wisse, wie schnell das geschehen wird.

Gegenläufige Entwicklungen seit Lockdown-Ende

Einige Segmente von Givaudan hätten gar von den Lockdown-Massnahmen profitiert, wie Andrier einräumt. So habe etwa der Konsum von Wasch- und Reinigungsmitteln wegen der Pandemie zugenommen, da die Leute öfters zuhause geblieben seien. Mit dem Lockdown-Ende dürften diese Verkäufe nun wieder etwas zurückgehen.

Auch das Aromen-Geschäft habe während der Lockdown-Phase profitiert – und zwar von einem erhöhten Snack- und Fertiggerichte-Konsum. Doch auch hier werde es nun wohl wieder eine Verlangsamung geben, gibt der Givaudan-Chef zu bedenken. Dafür erwartet er eine Beschleunigung im Food-Service-Geschäft.

Stabile Rohstoffkosten im laufenden Jahr

Bei der Rohstoffbeschaffung hatte das Unternehmen aus Genf in der Krisenzeit vor allem die Schliessung von Produktionsstätten in China und Indien zu verkraften, wie Andrier weiter ausführte. Allerdings habe man Alternativen gefunden und inzwischen wieder ein «fast normales» Versorgungsniveau erreicht. Mit Blick auf das Gesamtjahr erwartet der CEO denn auch weiterhin stabile Rohstoffkosten.

So geht Andrier denn auch davon aus, dass Givaudan – «sofern keine Katastrophe eintritt» – seinen Fünfjahreszyklus bis Ende 2020 erfolgreich beenden bzw. die gesetzten Mittelfristziele erreichen wird. Die neuen Ziele bis 2025 bezeichnet Andrier derweil als «ehrgeizig, aber realistisch». Das Unternehmen peilt weiter ein jährliches organisches Wachstum von 4 bis 5 Prozent sowie einen durchschnittlichen freien Cashflow von über 17 Prozent (bisherige Zielbandbreite: 12-17%) an.

Akquisitionen bleiben im Blickfeld

Mit Blick auf die Dividende, will der Givaudan-CEO an der bisherigen Politik festhalten. Dass es aber wie seit dem Börsengang vom Jahr 2000 jährlich zu einer Erhöhung kommt, könne er nicht versprechen. Andrier hofft, dass es auch in diesem Jahr zu einer Erhöhung kommt. Ein in Stein gemeisseltes Ziel sei dies aber nicht.

Und auch nach rund 15 Übernahmen in den letzten Jahren will die Gruppe weiter wachsen. Entsprechend hält Givaudan die Augen nach sinnvollen Akquisitionen weiterhin offen. Man sei an Übernahmen interessiert, die das Wachstum beschleunigten oder die eigenen Kompetenzen stärkten, so Andrier. Geographisch gesehen seien etwa China oder Indien interessant und mit Blick auf die Kompetenzen Bereiche wie Ernährung, Proteine und Biotechnologie.