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Kanton St. Gallen hilft den Olma Messen

Die Olma Genossenschaft, die wegen der Corona-Krise in finanziellen Schwierigkeiten ist, erhält vom Kanton St. Gallen 8,4 Millionen Franken und eine Kapitalaufstockung.

von wy/sda

Die traditionelle Olma im Herbst und die Frühjahrs-Trendmesse Offa sind nur zwei von vielen Veranstaltungen, welche die Olma Messen als Veranstalter während der Corona-Krise absagen mussten. Das Stadtparlament St. Gallen beschloss schon Ende August ein Darlehen von 8,4 Mio. Franken für die Olma Messen. Nun stimmte auch der St. Galler Kantonsrat einem gleich hohen Darlehen zu.

Votanten aus SP und FDP betonten, dass die Olma einen grossen volkswirtschaftlichen Nutzen und einen starken emotionalen Wert für die Ostschweiz habe. Ein Konkurs der Genossenschaft dürfe nicht zugelassen werden.  Andererseits sei es keine Staatsaufgabe, alle Veranstaltungen zu retten. Darlehen dürfen nur ausgerichtet werden, wenn diese zurückbezahlt werden könnten, hiess es weiter. Einige Hürden musste die Vorlage bei der CVP-EVP-Fraktion nehmen. Die Olma Messen sei zwar ein vorzüglicher Image-Träger, mit der Absicherung des Darlehens sei die Fraktion jedoch nicht zufrieden, so die Sprecherin. Die Stadt St. Gallen hätte mehr beitragen können, als der Kanton.

Die Grünliberalen sehen die Dringlichkeit des Hilfspakets. Es dürfe aber kein Fass ohne Boden werden, so der Sprecher. Eine weitere Unterstützung müsste an Bedingungen geknüpft werden.

Keine Alternativen
Zum vorgeschlagenen Vorgehen der Regierung gibt es laut den Grünen keine Alternative. Kritisiert wurde die «Vorzugsbehandlung» der Olma: Viele kleinere Veranstaltungen, Messen und Institutionen seien auch wertvoll und sollten auch von der Hilfe des Kantons profitieren können.

Die Olma sei aktuell ein Sanierungsfall, sagte der St. Galler Finanzchef Marc Mächler. «Da müssen wir handeln.» Es gehe um die Stärkung einer national bedeutenden Institution. «Wir haben bereits heute Anteile an den Olma Messen», so Mächler. Falls vom Bund noch Hilfe käme, reduziere sich der Beitrag des Kantons.

Das Unternehmen weist einen jährlichen Umsatz von rund 30 Millionen Franken aus und beschäftigt 85 Festangestellte. Dank Kurzarbeit, einem Investitionsstopp, Einsparungen sowie einem Covid-Kredit ist die Liquidität noch bis im Herbst sichergestellt. Danach braucht es Unterstützung.

Die Darlehen von Stadt und Kanton müssen in den ersten zehn Jahren nicht zurückbezahlt werden und sind zinslos. Für die Stadt bedeutet die Kapitalerhöhung Ausgaben von 1,3 Millionen Franken, für den Kanton sind es 400’000 Franken. Von weiteren Genossenschaftern wird erwartet, dass sie ebenfalls mitmachen. Insgesamt soll fünf Millionen Franken an neuem Genossenschaftskapital zusammenkommen. Die Olma Messen planen zudem Sparmassnahmen von zwei Millionen Franken.