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Hochdorf hat Ertragsziele erreicht

Der Milchverarbeiter Hochdorf hat 2020 auf operativer Ebene wieder schwarze Zahlen geschrieben, nachdem im Vorjahr noch ein Riesenverlust resultiert hatte.

von hps

Die Nettoerlöse von Hochdorf aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich im Rahmen der Erwartungen von 457 Millionen Franken auf 306,2 Millionen. Grund für den Rückgang ist vor allem der Verkauf der Tochtergesellschaft Uckermärker Milch GmbH, wie Hochdorf Swiss Nutrition AG in einer Mitteilung schreibt. Das Unternehmen verarbeitete im letzten Jahr insgesamt 335,8 Millionen Kilogramm Milch, 14.2 Prozent weniger als im Vorjahr. Verkauft wurden 57’488 Tonnen Produkte. 
Trotz des deutlich tieferen Umsatzes verbesserte sich das Bruttoergebnis von 61,8 Millionen Franken auf 94,3 Millionen. Die Bruttogewinnmarge liegt bei 30.9% (Vorjahr: 14.1%). Diese zeige den positiven Effekt der beschlossenen und umgesetzten Portfoliobereinigung, schreibt das Unternehmen. 
Wegen Abschreibungen fiel der EBIT dagegen mit -67,9 Millionen (VJ -265,3 Mio) negativ aus. Die Abschreibungen beinhalten eine Wertberichtigung von 65,8 Millionen auf Gebäude und Sachanlagen der Sprühturmanlage 9 sowie der dazugehörigen Dosenlinie. Nach Bereinigung um einmalige Sondereffekte ergibt sich ein leicht positiver EBIT von 2,3 Millionen aus dem operativen Kerngeschäft. Das Unternehmensergebnis liegt bei -70,3 Millionen verglichen mit -271,4 Millionen im Vorjahr. An die Aktionäre zahlt Hochdorf entsprechend erneut keine Dividende aus.
2021 soll nach den Jahren der Sanierung und Restrukturierung ein Jahr des Aufbruchs werden, schreibt Hochdorf weiter. Es gelte, den eingeschlagenen Weg der finanziellen Gesundung weiterzuführen. Dafür konzentriere sich der Verwaltungsrat derzeit auf die Erarbeitung finanzstrategischer Optionen, welche unter anderem Kapitalmassnahmen beinhalten könnten, um die Bilanz weiter zu stabilisieren und ein nachhaltiges Unternehmenswachstum zu unterstützen. Wegen der Prüfung solcher Optionen hatte die Gesellschaft Anfang März die ursprünglich auf den 15. März terminierte Veröffentlichung des Geschäftsergebnisses auf den (heutigen) 12. April verschoben.
Die Hochdorf-Gruppe erwartet trotz der nach wie vor anhaltenden Unsicherheiten bezüglich der Covid-19 Pandemie einen Netto-Verkaufserlös im Bereich von 260 bis 300 Millionen Franken und ein ausgeglichenes Jahresergebnis auf Stufe EBIT. Dies bedeute für die neue Hochdorf-Gruppe ohne die Uckermärker Milch, die Marbacher Ölmühle und die Zifru Trockenprodukte ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent, heisst es weiter.