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Investiert wird in Effizienz, Innovationen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Eine Vielzahl von Themen prägt die Investitionspläne der Lebensmittel- und Getränkehersteller. Wichtiger werden Abfallvermeidung durch effizientere Prozesse, Energiemanagement und «Clean Label»-Technologien.

von pd

Der DLG-Trendmonitor «Investitionen und Trends in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie» wird alle drei Jahre im Vorfeld der Anuga FoodTec durchgeführt. Das DLG-Fachzentrum Lebensmittel befragt dafür Lebensmittel- und Getränkeproduzenten zu aktuellen Branchenentwicklungen, Technologie-Trends und Verbraucherthemen. Die Befragung für den Trendmonitor 2021 wurde von Mai bis Juli 2020 durchgeführt. Es beteiligten sich 100 deutschsprachige Unternehmen (Deutschland, Österreich, Schweiz) verschiedener Branchen und Betriebsgrössen an der Studie.
Die wichtigsten Ergebnisse
1. Investitionen: Die befragten Unternehmen planen Ersatzinvestitionen und Investitionen zur Effizienzsteigerung. Aber auch Investitionen in Innovationen, Nachhaltigkeit sowie Digitalisierung sind angedacht, was die gestiegene Bedeutung der Themen für die Unternehmen widerspiegelt. Am stärksten soll in den Produktionsbereich investiert werden. Sicherheitsthemen (Lebensmittel-, Produktions- und Datensicherheit) sowie Verpackungslösungen und Produktqualität finden bei den Investitionsplanungen ebenfalls Berücksichtigung.
2. Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit ist für die befragten Unternehmen von hoher Bedeutung. In den nächsten drei Jahren soll besonders in Energiemanagement, Abfallvermeidung durch effizientere Prozesse und in neue Technologien zur Reduzierung von Wasser, Kälte, Wärme und Stromlasten investiert werden. Auffällig ist die Abnahme der Investitionsbereitschaft in Verwertung von Rohstoffen und Re-Work, was sich bereits im DLG-Trendmonitor 2018 abzeichnete.
3. Verfahren und Technologien: Aktuell und in Zukunft werden verstärkt Verfahren und Technologien Anwendung finden, mit denen «Clean Label»-Produkte hergestellt werden können. «Predictive Maintenance» befindet sich bereits im Fokus der Befragten und wird es bleiben. Das Interesse an der «Smart Factory» wird in den nächsten drei Jahren zunehmen. Die Themen «Blockchain», «3D-Druck», «Verkapselung» und «Minimal Processing» spielen eine untergeordnete Rolle.
4. Industrie 4.0 (digitale Transformation): Der Trend hin zur digitalen Transformation ist erkennbar. Im Fokus standen hier bislang vor allem «Rückverfolgung und Transparenz», wo die Umsetzung am weitesten vorangeschritten ist. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen hat sie aber auch in den Bereichen Datenmanagement sowie Daten- und Produktionssicherheit bereits forciert oder plant dies zu tun. 
5. Datensicherheit: Datensicherheit ist ein Thema, das Wissen über Hackerangriffe ist allerdings nicht sehr verbreitet. 30 % der befragten Lebensmittel- und Getränkehersteller verzeichnen mit unterschiedlicher Häufigkeit Hackerangriffe auf ihre Daten. Produktionsanlagen sind davon deutlich weniger betroffen.
6. Lebensmittelonlinehandel (E-Food): Der Trend geht in Richtung Lebensmittelonlinehandel. Lebensmittel werden von 60 % der befragten Unternehmen bereits online vertrieben. Der Online-Absatzweg und damit der direkte Kontakt zu den Kunden durch einen eigenen Onlineshop wird bereits genutzt und soll ausgebaut werden.
7. Spezielle Lebensmittel: Alternative Lebensmittel für Menschen mit Allergien oder Intoleranzen (z. B. glutenfrei oder laktosefrei) haben ihr Nischendasein verlassen und sind Mainstream geworden. Spezielle Ernährungsformen passen sich immer mehr ideologischen und religiösen Weltanschauungen an, wie etwa bio oder vegan.
8. Alternative Proteinquellen: Aufgrund des stetigen Wachstums der Weltbevölkerung ist künftig mit einem deutlich höheren Bedarf an Lebensmitteln zu rechnen. Das bedeutet auch eine steigende Nachfrage nach Eiweiss, zu dessen Bedarfsdeckung alternative Eiweissquellen beitragen werden. Führend beim Einsatz alternativer Proteinquellen könnten unter anderem sein: Weizen, Soja und Erbse. Bei Erbse ist mit einer Einsatzsteigerung und bei Weizen und Soja mit einem leichten Rückgang zu rechnen. Insgesamt planen die Unternehmen mit einer Einsatzsteigerung alternativer Proteinquellen.
Der DLG Trendmonitor findet sich unter www.dlg.org -> Lebensmittel -> Themen -> Publikationen -> Trendmonitor