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Kompetenzzentrum zur Verbesserung des ackerfähigen Kulturlandes

Der Bundesrat soll eine neue Institution aufbauen, die die wissenschaftliche und fachliche Kompetenz zur Erhaltung von ertragsfähigen und ertragssicheren Ackerböden sicherstellt. Der Nationalrat hat am Mittwoch eine entsprechende Motion mit 111 zu 76 Stimmen bei 7 Enthaltungen angenommen.

von sda

(Symbolbild Pixabay)
Die Siedlungsentwicklung, Verkehrsinfrastruktur und Renaturierung der Schweiz würden derzeit zum einem grossen Teil auf Kosten des fruchtbarsten Ackerlandes im Talgebiet erfolgen, begründete Werner Salzmann (SVP/BE) seine Motion.
Seit 1980 habe sich das produktive Ackerland pro Kopf um einen Drittel reduziert, führte Martin Haab (SVP/ZH) aus. Der Nettoselbstversorgungsgrad drohe von jetzt schon unter 60 Prozent auf unter 50 Prozent zu fallen, befürchtet Haab. Die Befürworter der Motion glauben, dass dies verhindert werden könnte, wenn die Ressourcen Boden und Wasser für die landeseigene Nahrungsmittelproduktion verfügbar gehalten würden.
In den kommenden Jahren müssten aber zahlreiche Drainagesysteme altershalber erneuert werden. Gleichzeitig liege die Forschung und Entwicklung im Bereich der angewandten Bodenverbesserung seit etwa 1980 brach. Sie sollen daher wieder gezielt aufgebaut werden, um die Staatsaufgabe Ernährungssicherheit wirkungsvoll und kostengünstig wahrnehmen zu können. Gerade die Digitalisierung eröffne der Landwirtschaft neue Perspektiven, sagte Haab.
Der Bundesrat lehnte den Auftrag ab. Die Behandlung des Problems sei bereits in vielen Bundesprojekten integriert, sagte Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Etwa in der Überarbeitung und Stärkung des Sachplans Fruchtfolgeflächen, der Errichtung des Kompetenzzentrums Boden, der Erarbeitung einer Bodenstrategie sowie der Förderung von Projekten zur Kartierung der Böden der Schweiz. All diese Vorhaben unterstützen indirekt auch die wissenschaftliche und fachliche Kompetenz zur Erhaltung von ertragsfähigen und ertragssicheren Ackerböden.
Zudem habe die Forschungsanstalt Agroscope die Aufgabe, die technischen Grundlagen für die landwirtschaftliche Praxis, Bildung und Beratung zu erarbeiten. Es mache keinen Sinn, eine weitere Institution aufzubauen, sagte Parmelin.